Burg und Stadt - Schutz und Herrschaft
Shownotes
Warum förderten Burgherren die Gründung von Städten? Im Mittelpunkt stehen kleine mittelalterliche Städte, die eng mit einer Burg verbunden und weiterhin stark von ihrem Stadtherrn abhängig waren.
Themen der Folge:
- Von der Ansiedlung zur Stadt: die Rolle von Burg, Handelswegen und Stadtrechtsprivilegien.
- Marktrecht, Marktfrieden und Geleitrecht: Regeln und Schutz für Händler und Gewerbetreibende.
- Versorgung der Burg: Handwerk und Handel im Dienst von Burgherren, Bewohnern und Gästen.
- „Minderstädte“: eigene Verwaltungsorgane bei begrenzter Selbstständigkeit.
- Stadtmauern als vorgelagerte Befestigung der Burg – mit Beispielen aus Nideggen und Blankenberg an der Sieg.
- „Stadtluft macht frei“: Privilegien der Stadtbevölkerung gegenüber ländlichen Untertanen.
Das Gespräch mit Dr. Jens Friedhoff beginnt im Planarchiv auf der Philippsburg. Die größeren mittelalterlichen Städte sind als Thema der nächsten Folge angekündigt.
Weiterführende Informationen:
- Burgendatenbank EBIDAT: https://www.ebidat.de/
- Landkarte zum Podcast: http://bit.ly/Podcast-Unsere-Burgen
- Deutsche Burgenvereinigung: https://www.deutsche-burgen.org
Das Episodenbild zeigt: La ville et le château de Montbrison dans le Registre d'armes » ou armorial d'Auvergne, dédié par le hérault Guillaume REVEL au roi Charles VII. 1401-1500, 5. Guillaume Revel, Public domain, via Wikimedia Commons
Transkript anzeigen
00:00:11: Hier ist der Podcast der Deutschen Burgenvereinigung.
00:00:14: Wir haben uns den Erhalt und die Erforschung europäischer Burgen und Schlösser zum Ziel gesetzt.
00:00:27: Hallo, meine Lieben. Ich bin heute wie gewohnt auf der Philippsburg, aber an einem ganz besonderen Ort: unter dem Dach der Philippsburg. Mir gegenüber sitzt Dr.
00:00:41: Jens Friedhoff vom Europäischen Burgeninstitut.
00:00:47: In was für einem Raum sind wir denn hier?
00:00:49: Ja, erst mal einen wunderschönen guten Tag!
00:00:51: Ich freue mich, dass wir wieder auf der Philippsburg sind.
00:00:55: Wir sind tatsächlich im Obergeschoss, und diesmal ist es etwas anders.
00:00:59: Um uns herum stehen sehr viele Planschränke. Darin befindet sich ein großer Schatz für die Denkmalpflege.
00:01:08: Und zwar ist das das sogenannte Planarchiv.
00:01:11: Das ist der Nachlass des Gründers der Deutschen Burgenvereinigung.
00:01:14: Bodo Ebhardt, des Architekten. Das sind mehr als 20.000 Pläne aus der Zeit von etwa 1890 bis 1950 zu verschiedenen Burgen, Umbauten und Gestaltungen.
00:01:29: Das hat zu einem wirklich großen Architekturbüro
00:01:32: gehört.
00:01:33: Um mich herum sind lauter Truhen, in denen Dokumente flach einsortiert sind. Das Ganze atmet Geschichte, kann ich nur sagen. Ein wirklich spannender Raum.
00:01:47: Aber Jens, was ist deine Aufgabe hier in der Burgenvereinigung?
00:01:51: Ich bin in der Burgenvereinigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter hauptsächlich für historische Fragen zuständig. Ich bin selbst Historiker und Archivar und befasse mich mit den historischen Unterlagen.
00:02:01: Und dann forsche ich natürlich auch zu den Burgen,
00:02:04: betreue die Datenbank EBIDAT, lektoriere und bearbeite redaktionell. Mithilfe unserer wirklich einzigartigen Burgenbibliothek überprüfen, kontrollieren und ergänzen wir das Wissen.
00:02:21: Die Burgendatenbank ist übrigens in unseren Shownotes immer verlinkt. Ich kann nur empfehlen, sich damit zu beschäftigen.
00:02:30: Dort kann man noch wahre Schätze heben, wenn man sich für Burgen interessiert.
00:02:34: Ja.
00:02:34: Heute wird es wieder um Burgen gehen, und zwar um ein Thema, das zum Ende der Burgenzeit immer interessanter wird: Burg und Stadt.
00:02:50: Zunächst hat die Burg die Landschaft dominiert.
00:02:53: Die Burg war der Ort, an dem Recht gesprochen wurde und an dem die Macht gewissermaßen saß.
00:03:00: Die Burg war ja auch vielfach – wir haben das in früheren Folgen schon dargelegt – ein Symbol der Ordnung in einer Landschaft.
00:03:10: Jetzt kommen auf einmal die Städte auf!
00:03:13: Wie kam es dazu?
00:03:15: Die Städte sind ein wichtiger Faktor im mittelalterlichen Leben, ebenso wie die Klöster. Man muss immer schauen, in welcher Region man sich bewegt.
00:03:23: Insbesondere natürlich im linksrheinischen Raum, Köln, dem Rheinland:
00:03:27: Da haben die Städte zum Teil eine Tradition, die bis in die Antike zurückgeht. Aber wir haben auch viele mittelalterliche Stadtgründungen, bei denen sich immer die Frage stellt: Was war zuerst da?
00:03:39: Die Burg oder die Stadt? Ist die Stadt sozusagen der Burg gefolgt, war die Burg die Keimzelle der Stadt – oder umgekehrt?
00:03:48: Auch solche Fälle gibt es: dass sich zuerst die Stadt entwickelt und eine Burg erst zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt wird.
00:03:55: Da hätte ich natürlich gerne Beispiele. Vielleicht zunächst für eine Stadt, die von einer Burg aus gegründet wurde?
00:04:05: Es gibt sehr viele Burggründungen. Wie es im Slogan einer Versicherung aus Franken heißt, den die einen oder anderen sicher kennen:
00:04:15: Die haben sehr oft damit geworben: „Schutz und Sicherheit im Zeichen der Burg.“
00:04:18: Mehr muss ich gar nicht erzählen.
00:04:20: Das heißt: Im Umfeld der Burg siedeln sich Händler und Gewerbetreibende an. Das ist sozusagen die Keimzelle vieler Städte.
00:04:29: Das Ganze wird mit einer Mauer umgeben, und dann kommt das Verfassungsrechtliche dazu.
00:04:34: Es gibt sehr schöne Beispiele, bei denen sich die Stadt nicht besonders groß entwickelt hat, sondern im Schatten der Burg geblieben ist.
00:04:41: Wenn wir ein Beispiel aus dem Rheinland suchen, ist das die saynische Burggründung Blankenberg an der Sieg bei Siegburg.
00:04:48: Da gibt es eine kleine Stadt direkt im Vorfeld der Burg.
00:04:51: Oder wenn wir auf die andere Rheinseite wechseln, beispielsweise zur Residenz der Grafen und Herzöge von Jülich: Nideggen, Burg und Stadt als Einheit.
00:05:03: Das ist ja wirklich hochinteressant!
00:05:05: Wie kann ich mir das vorstellen?
00:05:06: Zunächst siedeln sich Händler um die Burg herum an, im Schatten der Burg. Die Burg bietet allein durch ihre Existenz eine gewisse Sicherheit.
00:05:17: Und irgendwann beschließen die Burgherren, eine Mauer darum zu bauen, um das zu schützen.
00:05:24: Oder machen das die Händler?
00:05:25: Oder wer zahlt dafür?
00:05:27: Das ist in erster Linie tatsächlich die Initiative der Landesherren, also der bedeutenden Adeligen.
00:05:33: In diesem Fall sind es Grafen, Fürsten und Erzbischöfe, die sich entschließen, neben der Burg eine Stadt zu gründen.
00:05:41: Das Ganze bedarf im Hochmittelalter sogar noch der Zustimmung des Reichsoberhaupts, also des Kaisers oder Königs. Der erteilt die Privilegien und Urkunden, damit ein Ort sich Stadt nennen darf.
00:05:56: In diesen Urkunden findet man in der Regel auch den Hinweis, dass der Ort berechtigt ist, unter dem jeweiligen Stadtherrn, etwa einem Erzbischof oder Grafen, eine Mauer zu errichten, sich also zu befestigen.
00:06:10: Dass ein Rat entsteht und ein Bürgermeister als Verwaltungsorgan eingerichtet wird, steht in diesen sogenannten Stadtrechtsurkunden. In der Regel geht die Burg tatsächlich voraus.
00:06:23: Ein wichtiger Faktor sind natürlich auch die wirtschaftlichen Anbindungen, das heißt
00:06:26: eine Handelsstraße oder Handelsroute, die zumindest durch die Stadt führt.
00:06:34: Mir liegt es ja schon auf der Zunge.
00:06:35: Das heißt, das Marktrecht ist wahrscheinlich ein ganz wichtiger Bestandteil einer solchen Stadt.
00:06:41: Ist meistens erst das Marktrecht da und dann kommt die Stadt, oder entwickelt sich das gemeinsam?
00:06:46: Man unterscheidet immer zwischen der vorstädtischen Entwicklung solcher Orte und dem Stadtrechtsprivileg.
00:06:52: Es gibt Beispiele, etwa
00:06:54: Hachenburg im Westerwald.
00:06:56: Eine saynische Stadt mit Burg, deren Stadtrecht von König Ludwig IV., dem Bayern, in einer Urkunde verkündet wird.
00:07:04: Darin werden zwei weitere Orte genannt, die zur Stadt erhoben werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Stadt eigentlich schon komplett entwickelt: Die Stadtmauer existiert.
00:07:14: Es gibt bereits 50 Jahre vorher einen Markt.
00:07:17: Es gibt auch ein eigenes Maß und Gewicht: Hachenburger Maß und Gewicht.
00:07:20: All diese Funktionen bestanden schon. Das Reichsoberhaupt bestätigt mit der Urkunde nachträglich den Status als Stadt.
00:07:31: Was bedeutet Marktrecht?
00:07:34: Marktrecht heißt, dass es einen entsprechenden Platz gibt, günstigstenfalls an einer Handelsstraße gelegen, wo die Händler ihre Waren feilbieten, also anbieten und verkaufen können.
00:07:49: Natürlich macht auch der Stadtherr dabei wirtschaftlichen Profit: Es werden Marktgelder und Gebühren erhoben, die einerseits in die Stadtkasse fließen, andererseits zum Teil an den Burg- oder Stadtherrn abgeführt werden müssen.
00:08:06: Sind das dort ansässige Kaufleute?
00:08:09: Oder kommen sie zum Markt dorthin?
00:08:12: Das sind beide Gruppen: einmal die dort ansässigen Gewerbetreibenden, vor allem die Mitglieder der Zünfte, also der Handwerkszünfte.
00:08:20: Aber auch fremde Händler, die von auswärts durch die Stadttore zu den bestimmten Markttagen in die Stadt kommen. Für sie gilt der sogenannte Marktfrieden.
00:08:34: Das sind Wochenmärkte, die durch ein solches Privileg beispielsweise einmal pro Woche stattfinden können. Noch wichtiger sind Jahrmärkte, meist zu Kirchweihfeiern oder hohen Feiertagen. Dann reisen zahlreiche Händler aus weit entfernten Regionen an, um ihre Waren anzubieten.
00:08:57: Marktfrieden, das hört sich für mich sehr spannend an.
00:09:00: Ich habe in einer früheren Podcastfolge erwähnt, dass die Adeligen, die Fürsten, für Ordnung gesorgt und durch ihre Anwesenheit Schutz von außen garantiert haben.
00:09:15: Und der Marktfrieden ist ja auch so ein ...
00:09:19: Das ist etwas, was gewährleistet, dass man Handel treiben kann. Dafür braucht man durchaus Schutz, wenn man so will militärischen Schutz, oder zumindest die Garantie, dass niemand von außen kommt und einen überfällt.
00:09:36: Ist das richtig?
00:09:37: Das ist vollkommen korrekt.
00:09:39: Dieser Marktfrieden wird durch städtische Beamte gewährleistet, die durch Leute aus der Burgherrschaft verstärkt werden können.
00:09:49: So wird verhindert, dass Schlägereien und Streitigkeiten ausgetragen werden.
00:09:55: Ein wichtiges Zeichen dieses Marktfriedens ist das sogenannte Marktkreuz, das wir in Trier noch erhalten haben, mitten auf einem solchen Markt.
00:10:04: Es steht also für Ruhe und Ordnung während des Markttages.
00:10:08: Und was dazukommt, ist bei den meisten Burgherren das Geleitrecht.
00:10:12: Das heißt, bestimmte Strecken der Handelswege vor der Stadt stehen unter dem Geleitrecht und dem Schutz des jeweiligen Burg- oder Landesherrn.
00:10:22: Der muss dort die Sicherheit
00:10:24: garantieren.
00:10:25: Also kein Raubrittertum im Bereich dieses Marktrechts? Der Landesherr garantiert, dass er gegen so etwas vorgehen kann?
00:10:36: Wer hat denn die Jurisdiktion auf so einem Markt?
00:10:40: Ist das der Burgherr, oder ist es inzwischen schon die Gemeinde, die Stadt?
00:10:46: Wie entwickelt sich das?
00:10:47: In vielen Bereichen ist das eine Frage der Absprache zwischen dem Burg- oder Landesherrn und der Stadt.
00:10:53: Wobei die Stadt als direkt Betroffene,
00:10:56: das heißt
00:10:57: der Rat der Stadt und die Bürgermeister, auch schon eine Marktordnung entwickeln können, in der Gebühren für Stände, Pferde, den Verkauf von Tieren und Ähnliches festgesetzt werden.
00:11:11: Das Ganze muss natürlich vom Burg- und Stadtherrn abgesegnet werden.
00:11:16: Interessant!
00:11:16: Aber ich habe den Eindruck, als würden die Burgherren Rechte abgeben.
00:11:22: Denn inzwischen haben die Städte ja gewisse Rechte für sich gekapert – nein, das ist nicht schön ausgedrückt.
00:11:34: Wie kann ich das verstehen?
00:11:35: Was haben die Burgherren in erster Linie davon, dass sie solche Stadtgründungen zulassen?
00:11:41: Sie haben natürlich diese Infrastruktur,
00:11:44: das heißt:
00:11:44: Da gibt es Gewerbetreibende in der Stadt, und das ist nicht ganz uneigennützig.
00:11:49: Wenn wir es mit Burgen zu tun haben, die häufig von Burg- oder Landesherren aufgesucht werden und sich im späten Mittelalter zu einer Residenz, einem festen Wohnsitz, entwickeln,
00:11:59: dann ist das ein ungemeiner Vorzug.
00:12:01: Ich nenne noch einmal die mächtige Burg Nideggen der Grafen und Herzöge von Jülich, mit entsprechendem Hofstaat, Personal auf der Burg und zahlreichen eingeladenen Gästen.
00:12:15: All diese Personen müssen versorgt werden.
00:12:18: Viele der in der Stadt ansässigen Gewerbetreibenden und Handwerker spezialisieren sich deshalb auf den Bedarf der Burg, ihrer Bewohner und vor allem der Burgherren.
00:12:32: Also ein spezielles Gewerbe, das man dort hat.
00:12:36: Da geht es beispielsweise um Waffen: Schmiede in der Stadt decken den Bedarf der Burg an Waffen, Kleidern und vor allem Lebensmitteln zumindest zu einem großen Teil.
00:12:49: Was darüber hinaus an Speziellem benötigt wird, muss man sich in den großen Handelsstädten holen, wo Messen stattfinden, etwa in Köln, Frankfurt oder Leipzig.
00:12:58: Das ist dann für den gehobenen Bedarf.
00:13:02: Bleiben wir noch einmal bei der kleineren Stadt Nideggen zum Beispiel.
00:13:06: Oder Blankenheim fällt mir dabei ein, das wir heute beinahe als Dorf bezeichnen würden.
00:13:13: Dort hat die Stadt selbst gar nicht so viel Macht, sondern die Macht liegt weiterhin beim Burg- und Landesherrn.
00:13:22: Die Menschen der Stadt sind ihm sozusagen untertan.
00:13:26: Ist das richtig?
00:13:29: Das ist bei diesen kleinen Städten richtig.
00:13:32: In der Forschung hat man einen sehr schönen Begriff dafür gefunden: die sogenannten Minderstädte.
00:13:37: Das heißt,
00:13:38: sie haben zwei städtische Verfassungsorgane.
00:13:40: Sie haben auch ein Siegel unter ihren Urkunden, sozusagen als eigene Rechtskörperschaft,
00:13:46: mit dem sie die Urkunden siegeln.
00:13:48: Sie haben einen Bürgermeister und einen Stadtrat. Dennoch ist alles sehr stark vom Landes- und Burgherrn abhängig.
00:13:56: Warum eine Burg mit Stadt in diesem kleinen Umfang?
00:13:59: Das hat auch viel mit militärischen Überlegungen und der Stärkung der Burg zu tun.
00:14:05: Wenn man so möchte, sind insbesondere diese kleinen Städte nichts anderes als vergrößerte Vorburgen.
00:14:11: Das heißt, ich siedle dort Gewerbetreibende an. Sie sind natürlich auch verpflichtet,
00:14:17: sich um die baulichen Maßnahmen und die Unterhaltung der Stadtmauer zu kümmern.
00:14:23: Diese Stadtmauern im Vorfeld der Burg sind nichts anderes als eine vorgeschaltete Befestigung der eigentlichen Burg.
00:14:31: Wo kann man so etwas gut sehen?
00:14:33: In
00:14:34: Nideggen?
00:14:36: Sehr gut erhalten. Man ist derzeit auch dabei, das Ganze in Richtung Welterbestatus zu überführen.
00:14:43: Das ist noch in der Diskussion.
00:14:44: Ein weiteres schönes Beispiel ist Stadt Blankenberg an der Sieg, wo die großartige Burganlage auf dem Berg liegt und im Vorfeld sogar zwei kleine Städte.
00:14:55: Zunächst eine kleine Siedlung mit einer Mauer. Dann wird 1245 eine weitere, die sogenannte Neustadt, gegründet, sogar mit einem eigenen Kloster. Eine dreiteilige Anlage aus Neustadt, Altstadt und Burg – ein gewaltiges Befestigungssystem, dessen Mauern zu großen Teilen noch erhalten sind.
00:15:19: Fassen wir noch einmal zusammen: Was macht eine Stadt aus?
00:15:23: Was unterscheidet die Stadt vom Dorf?
00:15:26: Vor allem die rechtlichen Garantien, die den dort lebenden Gewerbetreibenden und Bürgern geboten werden.
00:15:34: Das heißt, sie sind in der Regel von den Fronlasten frei.
00:15:39: Sie müssen keine Hand- und Spanndienste leisten wie die ländlichen Untertanen beispielsweise.
00:15:45: Das sind bestimmte Verpflichtungen, die ihnen erspart bleiben.
00:15:49: Sie müssen keine Frondienste leisten.
00:15:51: Auch die Abgaben sind deutlich geringer. Deshalb gibt es diesen schönen geflügelten Spruch: „Stadtluft macht frei.“
00:16:01: In welchem Jahrhundert befinden wir uns jetzt?
00:16:04: Wir müssen unterscheiden zwischen Städten, die im 13. und 14. Jahrhundert gegründet wurden, und denen, die bereits bestanden.
00:16:13: Denken wir an Köln, Mainz oder Koblenz.
00:16:16: Diese Städte haben römische Wurzeln, ebenso wie Trier.
00:16:21: Da ist die ganze Infrastruktur schon vorhanden, und sie haben auch entsprechendes Gewerbe. Diese Städte fallen daher
00:16:27: in die Kategorie der Großstädte des Mittelalters.
00:16:32: Super spannend!
00:16:34: An dieser Stelle würde ich sagen, machen wir eine Pause und befassen uns in der nächsten Folge mit diesen großen Städten.
00:16:43: Heute ging es um die kleinen Städte, um – wie hießen sie?
00:16:49: Die Minderstädte, die Bürgermeister und verliehene Stadtrechte hatten,
00:16:57: die eine gewisse Selbstverwaltung hatten.
00:16:59: Und das Allerwichtigste: Stadtluft macht frei!
00:17:03: Sie waren von Frondiensten befreit und waren also auch keine Leibeigenen.
00:17:09: Das war einer der Gründe, warum diese Städte, warum die Stadt an sich, eine große Attraktivität ausstrahlte – im Grunde genommen für alle, die nicht selbst zu den Privilegierten
00:17:24: gehörten.
00:17:25: Vielen
00:17:25: Dank, Herr Dr.
00:17:26: Friedhoff, und vielen Dank allen, die uns so treu zugehört haben!
00:17:31: Die nächste Folge dreht sich um die größeren Städte.
00:17:35: Wenn euch das gefallen hat, dann liked uns und verbreitet diesen Podcast weiter.
00:17:40: Noch ein kleiner Hinweis: Wir haben in den Shownotes die Datenbank der Deutschen Burgenvereinigung verlinkt und auch einen Link zu Google Maps.
00:17:54: Das war Isabel Gronack-Walz vom Podcast der Deutschen Burgenvereinigung. Vielen Dank für eure Ohren!
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