Burg Bommersheim 2. Teil - Archäologie erzählt von wilden Eroberungen und frommen Pilgern
Shownotes
Die Ausgrabungen der Burg Bommersheim erzählen erstaunlich viel vom Alltag auf einer mittelalterlichen Burg: vom winterlichen Vergnügen auf dem Eis, von Turnieren und davon, wie gekocht und gegessen wurde. Sie zeigen aber auch eine andere Seite der als „Raubritter“ verschrienen Bommersheimer: Funde belegen Pilgerfahrten nach Aachen, und ein kostbarer Becher aus dem Vorderen Orient lässt sogar an Verbindungen bis ins Heilige Land denken.
Anschaulich erzählt Reinhard Friedrich außerdem, wie sich aus verstreuten Scherben und anderen Funden rekonstruieren lässt, was bei der Eroberung und Plünderung der Burg geschah – und wie wild und rücksichtslos wir uns eine solche Zerstörung vorstellen müssen.
Die archäologischen Ausgrabungsstücke der Burg Bommersheim werden im "Vortaunus Museum" in Oberursel ausgestellt.https://www.vortaunusmuseum.de/Home.html
Weitere Information auf https://www.colognedigital.de/podcast/unsere-burgen Landkarte zum Podcast: www.colognedigital.de/podcast/unsere-burgen Weitere Information zu den Burgen finden Sie in der Burgendatenbank: https://www.ebidat.de/
Ein Podcast der Deutschen Burgenvereinigung www.deutsche-burgen.org realisiert von Cologne Digital GmbH
Transkript anzeigen
00:00:11: Hier ist der Podcast der Deutschen Burgenvereinigung.
00:00:14: Wir haben uns den Erhalt und die Erforschung europäischer Burgen- und Schlösser zum Ziel gesetzt!
00:00:28: Hallo meine Lieben, ich melde mich aus Braubach aus dem Archiv und mir gegenüber sitzt Dr.
00:00:34: Reinhard Friedrich, der ehemalige Leiter des Europäischen Burgeninstitutes und wir unterhalten uns über die Burg Bommersheim.
00:00:44: das ist der zweite Teil unseres Podcasts Und sehr viele spannende Geheimnisse hat die Burg Bommersheim bei diesen archäologischen Ausgrabungen schon preisgegeben und wir werden heute noch mehr darüber erfahren.
00:01:00: Was war denn dein persönliches Lieblingsstück?
00:01:04: Mit welchen Methoden habt ihr gearbeitet?
00:01:08: Das erste geht einigermaßen schnell, ich habe so zwei drei vier fünf Stücke, die mir wirklich für sehr besonders halte.
00:01:16: Das eine ist ein Krönchen, eine so genannte Turnier-Lanzenspitze.
00:01:20: Also eine Lanzenspritze die aber drei Spitzen hat damit der Gegner nicht wirklich getötet wird und das ist eine typische Lanzenschpitze wie sie bei Ritterlichen Turnieren benutzt wurde.
00:01:31: Also es beweist eben auch dass diese Bommersheimer Ritter waren und wirklich an Turnieren teilgenommen haben.
00:01:37: dann ist eines meiner Lieblingsstücke ein großes Horn aus Ton, also einen Signalhorn, dass man sicherlich nicht mit auf die Jagd nehmen konnte, sondern ein großes schweres Horn.
00:01:48: Das wiegt so ca.
00:01:49: fünf bis drei Kilogramm von einem Materialgewicht her.
00:01:53: Dass man sich gut auf einen Turm vorstellen kann wo dann Signale gegeben werden.
00:01:58: Dann natürlich die schönen Nuppenbecher sind eine sehr schöne Sache und ganz am Anfang der Entwicklung, ganz unten im Burgraben lag sogar Boden eines oder ein kleiner Fußfeld, eines sogenannten Hedwig-Bechers.
00:02:14: Das ist eine ganz besondere Ware.
00:02:16: Das konnten zunächst gar nicht glauben weil in diesem Milieu der Ritter von Bommersheim, die jetzt nicht gerade zum Hochadel gehören, das eigentlich nichts zu erwarten war.
00:02:25: Aber die chemischen Analysen haben gezeigt dass es in der Tat in die Gruppe der sogenannten Hedwigsbecher gehört.
00:02:31: das ist ein geschliffenes dickwandiges Glas so 0,5 Zentimeter stark mit einem Schliffdekor.
00:02:39: und das ganz besondere ist, dass es im fordern Orient hergestellt wurde zurzeit der Kreuzzüge.
00:02:45: Das ist also nirgendswo hier in Europa bei uns im Westen produziert worden auch nicht in Norditalien sondern das ist ein Stück aus der der Levante hier hingekommen ist entweder beim Kreuzzug oder eben als Handelsgut.
00:03:00: aber das ein unmittelbarer Kontakt eben in diese Zeit.
00:03:04: und da gibt es in ganz Europa nur Die Teil ist ganz erhalten, die sind in Kirchenschätzen aufgewahrt und mittlerweile kommen auch wieder neue Stücke raus.
00:03:16: Das ist eines der Durchsicht des Fundenmaterials in Deckeln-Scherben.
00:03:23: Zur Erinnerung!
00:03:24: Wir befinden uns im dreizehnem Jahrhundert bei der Zerstörung der Burg Bommersham.
00:03:31: Wir haben da auch ein ganz genaues Datum
00:03:35: Das ist Februar, als diese Burg zerstört wurde.
00:03:39: Aber dieser Wassergraben reicht zurück bis ins frühe Dreizehnte jahrhundert und in diesen Schicht gehörten sowohl das Signalhorn als auch der Hedwigsbecher.
00:03:52: Vielleicht noch zur kleinen Erinnerung.
00:03:54: Die Burg Bommersheim wurde bei einer Fede zerstört mit der Stadt Frankfurt und deswegen haben wir so einen ganz genauen Schnitt, wo wir wissen: da war die Zerstörung, was ein wirklicher Glücksfall ist für die Datierung der Fundstücke und für die Erkenntnisse, die wir daraus ziehen können über die Zeit in der diese Burg zerstört wurde.
00:04:18: Ja das wie man immer schon sagt was für die Bommersheimer eine Katastrophe war ist dann für die Archäologen nach einem Glücksfall gewesen, dass wir wirklich ein ja genaues Datum haben mit dem wir eine gut erhaltene Zerstörungsschicht verbinden können.
00:04:33: und diese Zerstörungsschichte hatte ich am Anfang berichtet.
00:04:36: Ist eben auch sehr sorgfältig ausgegraben worden indem man das Fundmaterial oder indem man die Grabung in einzelne Quadrate eingeteilt hat und beim Fundmaterial immer Kiste für Kiste getrennt hat welchem Quadrat sie kommen und in welcher Tiefe sie gefunden wurden.
00:04:53: Und da können wir jetzt vielleicht weitermachen, weil das hängt dann mit der Auswertung zusammen die auch noch einige Besonderheiten mit sich braten.
00:05:01: Ich bin erst später dazu gekommen.
00:05:02: Die Grabung selber kenne ich nur von Fotos oder habe sie zweimal vor Ort besucht aber die Auswertungen lag dann auch in großen Teilen bei mir Weil ich mich eben sehr mit Keramik beschäftigt habe und auskannte. Wenn man diese einzelnen Fundkartons vor sich sieht, dann müssen die erst mal beschriftet werden.
00:05:19: Weil in dem Moment wo wir sie dann die Scherben rausnehmen und nach Anpassung suchen wird hier der Fundzusammenmang zerstört.
00:05:26: Insofern muss man erstmal sehr mühsam die einzelnen Funde aus jeder Schicht in jedem Quadrat so mit einem Strichcode versehen dass man sie im Nachherein wieder zuordnen kann.
00:05:38: Das ist eine mühselige Arbeit.
00:05:39: das haben auch ein paar Studenten gemacht die das ehrenamtlich für den Mitarbeiter im Museum gemacht haben.
00:05:45: Das ist aber ganz, ganz wichtig gewesen.
00:05:48: Denn nachdem alle Scherben markiert waren, konnte man dann hergehen und nach Anpassungen suchen.
00:05:53: Da nimmt man erst mal eine wahre Art die leicht zu sehen ist... ...die klassierte Ware wir sparen drüber oder Feinsteinzeug Und schaut eben ob es dazu Anpassung gibt.
00:06:03: Das ist normalerweise sehr selten.
00:06:06: Aber hier war's eben so dass das ein riesiges Puzzle Spiel war Dass viele Stücke wieder zusammen passen weil die offenbar erst bei dem Zerstörung als ganze Stücke noch in den Burggraben gelandet.
00:06:19: Ist das eigentlich eine Aufgabe, die heutzutage KI übernehmen würde dieses Zusammen puzzlen der Scherben?
00:06:25: Das glaube ich nicht dass man das machen kann weil um dazu müsste ja jede Seite des Scherbens fotografiert werden.
00:06:34: also rein theoretisch kann ein Computer das errechnen welche Stücke zusammen passen könnten.
00:06:38: aber dazu müsste jede Seite fotografiert dreidimensional fotografieren werden oder gescannt werden.
00:06:44: Dazu müsste markiert werden, welche Scherbe es ist und welche Seite gerade aneinander passt.
00:06:50: Und ich glaube da ist das menschliche Hirn einfach noch schneller mit seinen ganzen Möglichkeiten etwas zu erfassen.
00:06:55: man tastet ja auch. also die Erkennung einer Ware ist nicht nur optisch sondern oder nach der drei D-Scannung der Buchkante.
00:07:03: Sondern ist auch natürlich durchaus ein haptisches Gefühl und einfach das menschenliche Hirnen mit dem Auge.
00:07:09: mit den Anfassungen Speicherte Informationen auch.
00:07:13: Und ich glaube, da sind wir im Nachhinein noch schneller als das KI wenn es überhaupt gäbe und weil man dafür eine Software entwickeln und schreiben würde.
00:07:21: Das wird auch sehr teuer sein.
00:07:23: Wir sind da schnell genug um es dann zusammenzusehen macht es ja irgendwie so ein Spaß indem wir uns dann bringen werden.
00:07:29: Da bin ich ja sehr beruhigt dass hier der Mensch doch noch wichtig ist oder nicht ersetzt werden kann.
00:07:35: Also damals war von KI ohnehin noch keine Rede.
00:07:41: große Stück in einem großen Raum nach und nach zusammengesetzt.
00:07:44: Und dann, wie ein großes Puzzlespiel entstanden eben die Gefäße wieder.
00:07:48: man konnte sie teilweise bei den Kochtöpfen.
00:07:51: diese Kugeltöpfe könnte man den Rauminhalt ermitteln indem man Reis reinfühlt oder Erbsen und das in einen Messbücher gibt und so konnte man verschiedene Volumen oder Fassungsvermögen ermittelt.
00:08:03: noch wichtiger war aber für uns Wissenschaftler dann die Verteilung im Grau denn wenn ein Gefäß jetzt fertig war konnte man auf diese Weise ermitteln, aus welcher zu welchen Quadrat und aus welche Schicht alle Scherben Stammten die dieses Gefäß ausmacht.
00:08:20: Mit denen das Gefäße zusammengewätzt.
00:08:22: Bei diesen Kugelgefäßen da hast du ja noch eine andere wichtige Erkenntnis gezogen, erinnere ich mich?
00:08:28: Ja genau also man durch diese Befüllung sind grobe Gefäse mit der Hand gemacht so eben wie den Namen sagt kugelige Gefäste.
00:08:39: Und als es dann befüllt war, ist mir einst durch einen ungeschickten Bewegen drohte es vom Tisch zu rollen und ich kriegte gerade mal meinen Schreck.
00:08:47: aber das hat sich dann wieder aufgerichtet.
00:08:50: Das ist eben durch diese Befüllung mit dem niedrigen Schwerpunkt entsteht ein Effekt dass dieses Gefäß wie so ein Stehaufmännchen die es früher auch gab oder diese Kreisel sich aufrichten wenn man es neigt wieder aufrichtet.
00:09:03: und das ist auch sehr wichtig weil die stehen ja im runtergebrannten Herdfeuer, also in der Holzkohle kein stabiler Untergrund.
00:09:12: Und da stellt man die einfach rein und dadurch dass sie in sich stabil sind, bleiben Sie da auch gut
00:09:16: stehen..
00:09:17: Das war aber eher eine experimentelle Archäologie, die wir trieben.
00:09:21: Ich stelle mir das trotzdem sehr gerne vor!
00:09:23: Ja ja, ist ja auch lustig gewesen...
00:09:25: Und dann interessiert mich natürlich wie viele Liter gehen eigentlich in diese Töpfe hinein?
00:09:30: Weil das waren ja nicht wenige Menschen, die da bekocht werden müssen.
00:09:33: Ja, das sind noch unterschiedlich groß natürlich, Kochtöpfe gingen dann schon zwei, drei Liter rein.
00:09:39: Es gibt noch sehr große aber das war jetzt nicht ausreichend weil die ganze Familie damit zu bekochen.
00:09:44: Aber es ging so wie eben heute auch in diese Töpfer eine gewisse Menge rein.
00:09:49: Zwei, drei vier Liter würde ich sagen.
00:09:51: Das ist ja eigentlich wirklich eine Familiengröße und da sind aber Keramik-Töpfen also keine Kupfertöpfel oder ähnliches?
00:09:58: Da haben wir auch ein paar gefunden.
00:09:59: Die Keramika ist da günstiger besser geeignet oder gut geeignete, um sie in der Nähe zu stellen.
00:10:08: Später gibt es dann mehr diese Bronzetöpfe die die Keramik nachahmen.
00:10:13: aber in dieser Zeit haben wir da eben wirklich nur oder überwiegend oder ganz überwiegend kochte aus Keramika.
00:10:20: Aber auch kleine Trinkbecher.
00:10:22: die hatten nur ein Fassungsvermögen von Nullkomma eins bis Null Komma zwei also maximal Kölschglas Größe.
00:10:29: das waren also wirklich nur Becher wo dann der Krug auf dem Tisch stand und man den jeweiligen Schluck gewissermaßen sich neu eingefüllt hat.
00:10:36: Also das fand ich jetzt gerade interessant, die metallen Gefäße haben... Die irdenen Gefäße nachgeamt?
00:10:43: Das heißt sie waren die wertvolleren?
00:10:45: Die Metallen waren wertvoller aber die irdenen waren häufiger.
00:10:50: also es gibt man kennt das sehr schön diesen sogenannten Grapen, ein dreibereiniges Gefäß aus Bronze.
00:10:57: Aber es gibt auch so genannte Standringe für Kugeltöpfe wo man einen Standring aus Eisen oder Metalleisen geschmiedet hat mit drei Füßen, da konnte man den Topf dann einhängen.
00:11:09: Und diese bronzenden Grapen haben diesen Ring auch noch außendran als typologisches Rudiment gewissermaßen.
00:11:19: also sie armen so eine Konstruktion nach eines Grapentopfes der in einem metallen Ring eingehängt war.
00:11:26: das armen Sie quasi nach.
00:11:27: hier Müsste ich die mal auf dem Bild zeigen, kann man das gleich machen?
00:11:31: Ja unbedingt und vielleicht kann sich so ein Bild auch an den Podcast dranhängen damit sich die Menschen das richtig gut vorstellen können.
00:11:38: Hat man auch Besteck
00:11:39: gefunden?
00:11:40: Nein also ganz wenige Messer natürlich aber Gabeln gab es in dieser Zeit noch nicht.
00:11:46: Entweder mit den Fingern oder ein bisschen aufgepeakst Das gibt's schon.
00:11:51: Aber Bestecks war wenig dabei und wird dann auch nicht allzu sehr vorhandengewiesen sein.
00:11:55: Also Messer ist natürlich schon Wenn es jetzt Hölzerne-Bereiche gewesen wäre, in Löffel hatten wir ein oder zwei.
00:12:04: Aber denn das organische Material hat sich erhalten.
00:12:08: Ja du hast mir erzählt, dass gibt noch etwas Besonderes oder ich fand das jedenfalls ganz besonders, dass dort Trichter
00:12:13: gefunden wurden?
00:12:14: Genau! Das sind Dinge die auch noch in der Küche fehlen.
00:12:17: große Schüsseln haben wir aus einer reduzierend gebrannten Irdenware und wie man sie natürlich braucht.
00:12:25: aber bei manchen hat man den Statt dem Boden dann unten einen Trichter angesetzt.
00:12:30: Das waren so bestimmt sieben, acht Trichter größere die wir da befunden haben mit einem Durchmesser von fünfundzwanzig bis dreißig Zentimetern.
00:12:39: Braucht man natürlich in der Küche für viele Dinge.
00:12:42: es gibt aber Darstellungen aus fast aus dieser Zeit wo derartige Trichter beim Befüllen von Weinfässern verwendet wurden.
00:12:51: ob das jetzt für diese Trichte auch galt kann ich nicht sagen Aber die Form ist da wirklich eine.
00:12:57: sehr ähnliche Trichter braucht man in der Küche für viele Dinge.
00:13:02: Schön waren auch die Feldflaschen, also große zylindrisch aussehende wie so ein kleines Fässchen Flaschen Die man mit einem Doppelhänge und einer Ösenöffnung, die man mit dem Korken oder Ähnlichem verschließen konnte Und die zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten dieten Oder auch zur Mitnahme von Flissigkeiten bei der Felderarbeit
00:13:23: Reduziert gebrannte irgendeine Ware.
00:13:27: Also graue Ware, grau tonige.
00:13:30: Man unterscheidet zwischen oxidierend gebrannten also sauerstoffreichem Brennvorgang und einem reduzierenden Brand wo dann die Luftzufuhr reduziert wird und dadurch wird die Oberfläche dann dunkel-schwarzgrau schiefergrau also eine dunkle Ware.
00:13:46: das war dennoch sicherlich bewusst gemacht.
00:13:49: Das war dann die Ware die man hier in der Küche bei den Küchengeräten findet.
00:13:54: Und wo kamen die her?
00:13:55: Weiß man das?
00:13:56: Nein, da leider nicht!
00:13:58: Es gibt einige Töpfereien in der Region aber eine genaue Analyse dieser reduzierend gebrannten Irdenware oder Schiefergrauware, wie sie in dieser Region heißt, dass hier wirklich Wiedernahmen im Sachschiefer Grau war ist bisher nicht ausgegangen worden.
00:14:13: Wir kennen das aus der Publikation der Grauung Stadtkerngabe in Frankfurt, dass diese Ware auch in größeren Mengen aufgegriffen ist.
00:14:20: Eine durch das lokalere Variante, die irgendwo in der Nähe produziert worden ist.
00:14:26: Aber eine eindeutigen Beleg.
00:14:28: Es gibt Verdachtsmomente aber einen eindeute Beleg ist bisher nicht ausgegangen worden.
00:14:33: Wobei man sagen muss diese reduzierend gebrannte Ware oder Grauware, die es eigentlich in vielen Regionen Deutschlands produziert wurden... ...aber diese Variante im Rhein-Main-Gebiet heißt eben Schiefergrauware und ist auch gut zu identifizieren.
00:14:46: Aber den genauen Ursprungs- oder Herstellungsort kennt man noch nicht, wohl verschiedene Plätze wo sie gebraucht wurde.
00:14:52: Ja wir haben eben vom Hedwigsbächer schon gehört das heißt die hatten tatsächlich Zugang zu Waren die von sehr sehr weit hergekommen sind?
00:15:01: Oder auch vom Ende der Welt könnte man beinah sagen...
00:15:04: Aus Übersee gewissermaßen, wobei das Mittelmeer diesmal, also Ort und Meer sagt man aber auch tatsächlich über das Meer hinüber.
00:15:11: damit war das Mittelmeer gemeint.
00:15:12: heute würden wir Übersee sagen was dann natürlich ein anderes Übersee ist.
00:15:17: Aber damals war das Mittelmeer, das bekannte Meer über das man eben handelte.
00:15:23: Wie war das denn mit den Handelsrouten?
00:15:24: Kann man auch Dinger aus dem hohen Norden dort finden?
00:15:28: oder waren die Handels- ruten eher ginsüden gerichtet?
00:15:30: Nein,
00:15:31: das waren jetzt Handeln.
00:15:32: Gehandelt wurde überall.
00:15:33: Es gibt natürlich Handelsverbindungen im hohen Norden.
00:15:36: Die Hanse Wege einer fuhr eben auch oder führte auch in der Nähe von Frankfurt eben vorbei da sind doch die Kaufleute.
00:15:44: Die Kaufleuten überfallen worden.
00:15:45: Aber dieses Stück war jetzt ein Zufallsfund, der wirklich sicherlich mit dem Privatransport irgendwie von einer Pilgerfahrt oder so nach dem Vorderen Orient.
00:15:56: Vielleicht könnt ihr mir gut vorstellen über Akkonn verhandelt dann in das Weinmeingebiet gebracht wurde und... Oder
00:16:02: aus den Kreuzzügen?
00:16:04: Ja es müsste jetzt kein unmittelbarer Kreuzzugsteilnehmer sein aber ist die Kreuzugzeit.
00:16:08: Diese Hedwigsbecher datieren in die zweite Hälfte des Zwölfenjahrhunderts Also, hundertfünfzig Jahre vor dieser Zerstörung.
00:16:17: Das Exemplar lag auch passend dazu in den unteren Schichten des Burggrabens die in diese Zeit gehören.
00:16:23: Genau kann man es nicht erklären aber das kann ein Mitbringsel von einem direkten Kreuzzug sein.
00:16:27: Aber es gab ja immer Pilgerfahrten nach Jerusalem und Zeile gelandet Und da kann das als Geschenk vielleicht für die Frau mitgebracht worden sein.
00:16:36: Da gibt's so viele Möglichkeiten die man sich da vorstellen.
00:16:39: Vielleicht
00:16:40: ein kleiner Einschub.
00:16:41: Man war ja sehr darauf bedacht, dass man seine Sünden möglich schon los wird bevor man stirbt.
00:16:48: Und eine der Möglichkeiten das man sich der Sünden entledigen konnte war eine Pilgerfahrt nach Rom.
00:16:54: aber sehr viel versprechen da wenn man sehr viel auf dem Kerbholz hatte war natürlich ins heilige Land zu reisen und dort an den Städten wo Jesus gelebt hat zu beten und daher auch die große Attraktivität der Pilgerreisen, die in dieser Zeit ja durchaus nicht unüblich waren.
00:17:13: Man muss sich das mal vorstellen wie viele hunderte Kilometer tausende Kilometer die Menschen tatsächlich zurückgelegt haben um dort im heiligen Land zu bete was ja zu dieser zeit auch durchaus in Teilen in christliche Hand war.
00:17:29: aber dass ist nochmal ein Ein anderes Thema?
00:17:32: Ja, aber man kann trotzdem dazu zwei Dinge noch ergänzen.
00:17:35: Denn es war auf jeden Fall eine Gefahr voller Reise.
00:17:37: Man wusste nicht abgesehen von Krankheiten.
00:17:39: Man musste entweder mit dem Schiff übers Meer – das war teuer und das Meer ist stürmisch gelegentlich.
00:17:46: Also wir wissen sicherlich, dass viele umgekommen sind oder über Land.
00:17:51: Das ist noch schwieriger, man musste nach Byzanz.
00:17:55: durch Anatolien, das damals seltschukkisches Gebiet war.
00:17:59: Es gab durchaus die Gelegenheit auf dieser Pilgerfahrt ums Leben zu kommen waren vielfältig und das gehört vielleicht aber auch ein bisschen mit dazu wenn es eine echte Use war sich diese Gefahr auszusetzen.
00:18:13: Viel bequemer war es und da haben wir auch Belege für gefunden eine Pilger Fahrt in die Gegend von Aachen zu machen.
00:18:19: In der Zerstörungsschicht haben mehrere Aachenhörner gefunden und auch einige Bleizeichen, die sich in diese Pilgerfahrt nach Aachen einordnen lassen.
00:18:29: Wir können auf jeden Fall nachweisen, dass die Bommersheimer oder einige Teilnehmer bei der Zerstörung noch erlebt haben, das sie früher an einer Pilger Fahrt nach Aachen teilenahmen.
00:18:47: In Aachen wird alle sieben Jahre das Gewand der Maria gezeigt.
00:18:53: Und da haben einige findige Rheinländer, würde ich mal annehmen von den umliegenden Töpferreien kleine Hörner verkauft in die man hineintuten konnte.
00:19:06: Es wird auch berichtet dass in dieser Zeit dann bei den Pilgerfahrten wenn das Gewand der heiligen Maria gezeigt wurde musste der Dom mehrmals umrundet werden und da haben alle einen Horn gehabt und da rein getutet ist also ein Höllenlärm gemacht Und das macht eigentlich pilgertechnisch wenig Sinn.
00:19:24: Ich glaube, da haben einige findige Töpfer aus der Umgebung einen Brauch kreiert, dass jeder Pilger dann auch so etwas haben wollte und das als Andenken oder Beleg seiner Pilgerfahrten in der Hause gibt.
00:19:39: Und solche Dinge haben wir eben gefunden!
00:19:40: Vielleicht
00:19:41: sollte man ein klein bisschen auch noch zu den Pilger-Abzeichen sagen.
00:19:46: Das ist nämlich ein ganz hochinteressantes Thema, man hat ja damals geglaubt dass die Reliquien also zum Beispiel auch das Gewand der Maria, dass das natürlich dadurch das es mit der Heiligen in Berührung gekommen war selbst auch heilig geworden ist oder viel mehr gute und positive Kräfte ausstrahlen kann.
00:20:05: Man hat nämlich glaubt das durch den Kontakt mit etwas, was heilig ist.
00:20:11: Man selber auch daran teilhaftig werden kann.
00:20:14: Deswegen war es durchaus ein Brauch dass man auch Pilgerabzeichnen in die direkte Berührung mit solchen Reliquien gebracht hat um dann ein Stück dieses Segens mit nach Hause nehmen zu können.
00:20:25: Ja es gibt ja auch direkte Berührungsreliquien die dann auch schon ziemlich abgeriffen sind.
00:20:29: manchmal aber dieses Gewand der Maria war zukostbar als dass jeder berühren durfte.
00:20:33: deshalb wird's eben nur alle sieben Jahre gezeicht, ausgestellt.
00:20:37: Aber es waren dann wirklich eine gut besuchte Pilgerfahrt und als Zeichen dass man da war und das man dann mitmachen wollte hat man sich so ein Tönern, also aus Ton gemacht, ein einfaches kleines Horn.
00:20:54: Es gab aber auch jemanden... Das muss man sich immer wieder vor Augen führen, die Leute die da dreißig waren oder vierzig haben noch diese große Pestwelle persönlich miterlebt, die Mitte des Vierzehn-Jahrhunderts, ein Großteil der europäischen Bevölkerung dahin gerafft hat.
00:21:11: Also sagen wir an Bedarf auf Pilgerfahrten oder Auf Beistand war sicherlich in dieser Zeit durchaus gegeben.
00:21:20: Wir erleben gerade wieder einen neuen Ausbruch von Ebola Weit weg oder hier Corona was wir vor ein paar Jahren hatten.
00:21:27: Die Pest war wirklich lebensgefährlich und da sind auch viele Viele sehr schnell gestorben es gibt diesen einen sehr schönen Bericht morgens noch mit seiner Familie gefrühstückt hat, hat sein Mal dann abends schon mit den Ahnen eingenommen.
00:21:42: Also sie sind dann wirklich sehr schnell gestorben an diese Beulenpest.
00:21:47: Ja eine sehr interessante aber auch teilweise bedrückende Vorstellung in welcher Zeit die Menschen damals gelebt haben und was das eigentlich so für das Bewusstsein das Tages auch bedeutet hat.
00:22:04: Die Burg Bommersheim liegt an einer großen Handelstraße, wie wir eben erfahren haben und ich würde da gerne noch mehr darüber erfahren und ob auch in den Grafbungen... Den Krapfen sag' ich jetzt schon in den Archäologischen Funden, ob sich daran etwas zeigt?
00:22:20: Und dann interessiert mich natürlich auch, wie reich waren die denn die Bommersheimer?
00:22:24: Waren sie wohlhabend oder waren die zu der Zeit eher auf dem Absteigenden
00:22:30: Zweig?
00:22:31: Ja, das ist eine interessante Frage.
00:22:33: Also erst mal eine große Handelstraße geht eben durch die Wetterau nicht weit weg.
00:22:38: Es ist letztlich noch die große römische Straße Die Steinandstraß, die die Römer damals gebaut haben Auf der Ermittleide dann die Pilgerfahrt nach Marburg zu Heiligen Elisabeth stattfahren Der weiß auch Elisabetenstraße.
00:22:52: Das ist sicherlich eine gut ausgebaute Autobahn gewesen gewissermaßen Und da zogen die Kaufleute auch entlang, das ist nicht allzu weit von Baumersheim weg.
00:23:03: Die Tatsache dass sie als Raubritter also dieser Begriff Raubritter stammt natürlich erst aus dem neunzehnten Jahrhundert aber dass sie beschuldigt wurden räuberische Erpressung an den Kaufleuten vorgenommen zu haben und dadurch das Aufblühen der Stadt Frankfurt massiv behinderten Das ist gut vorstellbar.
00:23:24: Wir sind in einer Zeit, wo die Städte sich mehr und mehr etablieren.
00:23:30: Wo sie durch ihre Handelsbeziehungen reicher werden.
00:23:33: Während viele Rittergeschlechter auf dem absteigenden Ast sind.
00:23:38: Durch Erbteilung wird das weniger.
00:23:40: Bommerseimer war auch mittlerweile eine Garnerbenburg geworden.
00:23:44: Das heißt es hatte verschiedene Eigentümer, Lein-Eigentümer. Und die Bommersheimer waren sicherlich eher auf dem absteigenden Ast, aber auch noch nicht ganz unten angekommen.
00:23:57: Und man hat sich in dieser Zeit mit anderen Ritterfamilien verbündet ein Bündnis geschlossen.
00:24:04: die sogenannte Löwengesellschaft war das in der Wetterau so in gewissem Gleichgewicht mit der Stadt Frankfurt.
00:24:12: Wetzlar war eine andere Stadt die aufkam Um diesen Städtebund, der sich dann wieder neu gebildet hatte, man hat sich gegenseitig zu Bündnissen zusammengeschlossen um sich Schutz und Hilfe zu gewähren.
00:24:23: Das zeigt wir sind jetzt in einer Phase in der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts wo noch ein gewisses Gleichgewicht herrscht aufstäbende Städten absteigendes Ritterwesen und da sind wir gerade in einer Phase wo ein gewisse gleich Gewicht herrschte.
00:24:38: aber die Bommerheimer haben eben diese Sache verloren Dann mehr Rüstungsmöglichkeiten gehabt, hat mehr Geld für Söldner ausgegeben.
00:24:47: Für einen guten Kanonenbauer und hat dann die Burg Bommersheim eben erobert und zerstört.
00:24:54: Möglicherweise haben die Bombersheimer auch auf Hilfe der anderen Witter ihrer Löwengesellschaft vertraut, die aber dann offenbar ausbliebt.
00:25:02: Die Burg hatte sicherlich keine Chance alleine gegen dieses Heer.
00:25:07: Das waren zwei bis dreitausend Soldaten Die Frankfurter bezahlte, aufgestellte und die auch direkt ein paar andere Burgene angegriffen haben.
00:25:16: Also man holt nicht so viel Söldner zusammen um nur eine Burg zu Schleifen da hatte sie wenig Chancen.
00:25:23: Wie viele Menschen haben denn zu dem Zeitpunkt wohl auf der Burg gewohnt?
00:25:27: Ja das ist keine ganz große Anlage wie wir lange dachten.
00:25:30: also die Kernburg hat nur einen Durchmesser von dreißig Quadratmetern hat sicherlich dass in der Mitte keinen Turm haben eine Randhaus-Bebauung gehabt Mögen zwischen dreißig und fünfzig Personen gelebt haben, also nicht kampfähig.
00:25:46: Sondern eben alle Personen von der Magd an.
00:25:51: Es haben spätere Ausgrabungen als die Schule nebenan abgerissen wurde.
00:25:54: Hat man auch ausgegraben und hat dadurch gesehen dass die Burg ein größeres System hatte.
00:25:58: Die hatten noch eine große Vorburg gehabt.
00:26:00: Also im Grunde war Platz für noch mehr Personen.
00:26:03: Und im Kriegsfall, von dem man ja wusste... Der Fedebrief wird ja immer vorher aufgegeben und man merkt ja schon, dass man da kann man sicherlich mehr bewaffnete Männer ranschaffen.
00:26:13: Es gibt Fälle die Brug Tannenberg, die 1399 also in den siebzehn Jahre später zerstört wurde an der Bergstraße aus ähnlichem Anlass.
00:26:22: von dort wurden Kaufleute an der Bergstraße behindert und der Rheinische Städtebund hat dann die Anlage belagert und dann auch zerstört.
00:26:30: Hat man nachher im achtenvierzig Männern noch gefangen genommen, zwölf sind bei den Kämpfen umgekommen.
00:26:37: Also insofern war es nur um die fünftig und das war auch ein Herr von über tausend Leuten, die man da zusammen zog.
00:26:43: Aber wenn sie gut verstanden waren, dann war das nicht einfach.
00:26:47: In Bommersheim war eben wie gesagt der Wassergraben der Hauptschutz und der war im Winter offenbar zugefroren.
00:26:53: Ich glaube dieser Zeitpunkt ist nicht vom ungefähr gewesen das im Februar zu machen.
00:26:59: Es hat sich bei den Funden, bei dieser Analyse um noch mal darauf zurückzukommen wie die Anpassung sich verteilen.
00:27:04: Hat sich auch schön gezeigt dass manche Stücke fünf sechs zehn Meter auseinander lagen die anpassten und dann kann es sich gut vorstellen das bei der Zerstörung der Burg dann bei der Plündung ja einfach das Material aus einem Fenster auf dem Burggraben geworfen wurde aufs Eis, weil das so schön krachte.
00:27:22: Wenn es da sehr splittert...
00:27:24: Und das zerschlägt das?
00:27:26: Genau! Das kann ich mir durchaus vorstellen.
00:27:27: also die Befunde zeigen das eigentlich.
00:27:30: Wir haben auch zwei Abfallhaufen im Grunde zwei Konzentrationen wenn wir jetzt den Quadraten sprechen.
00:27:36: das war glaube ich b drei und h acht also die Lagen fünf Meter auseinander nah an der Burgmauer.
00:27:42: man kann sich gut vorstellen dass es aus zwei Fenstern geworfen wurden.
00:27:46: Also was für eine Zerstörungslust da wohl auch in den Menschen aufkommt.
00:27:51: Das kenne ich aus einem Bericht, das ist eine Klosterzerstörung aus der gleichen Zeit aus Köln.
00:27:56: Da gibt es tatsächlich Berichte wie da Freuden-Tänze und Freudenfeuer veranstaltet wurden von denen die dieses Kloster zerstört haben einfach nur Auslust an der Zerstörung was ja eigentlich schade ist.
00:28:11: denn Ja, man hätte ja viel damit anfangen können.
00:28:15: Aber in diesem Fall wurde das Kloster tatsächlich von der Stadt Köln selber zerstört, damit sich niemand anderes dort einnisten konnte und das waren die Zimmerleute, die waren von Kölnen angeheuert worden dieses Kloster zu zerstören und die haben da tatsächlich einen richtiges Freudenfest mit veranstalten.
00:28:32: Naja es ist ja klar dass Plündern das gehört zum Krieg dazu.
00:28:37: Das ist ja wenn wir in den Städte obert werden sich vorher nicht ergeben haben, dann sind sie auch zum Plündern freigegeben worden.
00:28:45: Viele Schlachten sind verloren gegangen weil die eigentlich Siegreichen Truppen erst mal damit beschäftigt haben, die Gefallenen auszuplündern und das Lager auszuplündern.
00:28:54: also dass Beute machen ist eines der wesentlichen Vorgänge bei der Kriegsführung.
00:29:01: Dann ist ja gelegentlich auch noch Alkohol im Spiel.
00:29:03: Und wenn dann so eine Burg erobert worden ist und man tobt halt durch die Räume, und so kann ich mir das wirklich gut vorstellen.
00:29:09: Das macht eben Spaß, diese Dinge zu zerschlagen aus dem Fenster zu schmeißen.
00:29:13: Auch wenn sie wertvoll waren.
00:29:14: Wir haben ja durchaus Glasbecher gefunden zerbrochen.
00:29:18: Wo ich mich frage, warum hat der sich das nicht selber eingesteckt und mitgenommen?
00:29:21: Aber es hat mir einfach Spaß gemacht, dass es in den Fensternischen ist.
00:29:24: Vielen Dank!
00:29:26: Du war das ja im Winter und ich meine mich erinnern zu können, dass du mir erzählt hast, ihr habt auch noch etwas anderes was eher auf winterliche Vergnügen hinweist.
00:29:34: Ja die Schlittknochen.
00:29:35: Genau!
00:29:36: Man hat aus den Rinder Knochen, aus dem Unterschenkeln gewissermaßen so eine Art Gleitschuh gebastelt.
00:29:47: also dieser wurde auf einem unter einer Holzplatte montiert Die wiederum mit kleinen Lederriemchen unter dem Schuh zu schallen waren mehrere Stücke, die diese Bohrung haben um sie unter dieser Holzplatte zu schrauben und die auf der anderen Seite eben abgenutzt sind.
00:30:03: Die sind also wirklich mit diesen Schlittknochen.
00:30:06: ich glaube der Name Eisbein kann durchaus auch damit zusammenhängen.
00:30:11: Sie hat man im Winter eben natürlich nicht während des Kriegszeit aber auf dem zugefohrenen See so eine Art Gleitschuh würde man heute sagen gelaufen ist auch in einigen später noch bei einigen niederländischen Malern dargestellt wie auf dem zugefohrenen Eis eben, dass sich die Leute mit Schlittschirmen und Gleitschirmen vergnügen.
00:30:31: Das ist später aber hier sind wir dann in der Zeit für das 14. Jahrhundert und da hat man das auch schon gemacht.
00:30:36: Sehr schön!
00:30:37: Also... Das Mittelalter war nicht nur grau schwarz, man hatte durchaus Vergnügen?
00:30:41: Gibt es eine besondere Erkenntnis, die du genau aus dieser Ausgrabung getroffen hast?
00:30:48: Naja einige sogar.
00:30:49: also es ist klar für uns Wissenschaftler erstmal wichtig Die Chronologie.
00:30:53: welches Material wird jetzt wirklich In das Jahrzehnt und zwanzig sind älter, die wir dann diese Chronologie übertragen können auf andere Funde.
00:31:03: Die nicht strategisiert sind dass wir da einen zeitlichen Anhaltspunkt haben.
00:31:07: Das ist das eine.
00:31:08: aber das andere ist natürlich dieser vielen spannenden Dinge über das alltäglichen Leben was das aussagte von Schlitzschuhe über die Pilgerabzeichen und über die Pilgefahrten die besonderen Funde letztlich auch das Bild.
00:31:23: Was stand auf einem mittelalterlichen Tisch?
00:31:25: Im Museum hat man das dann nachgebaut.
00:31:26: Man hat einen mittelallerlichen Tisch und eine Küche hergerichtet, das Ganze mit Original-Fundmaterial bestückt.
00:31:32: Da musste also nichts nachgebaut werden, sondern da haben wir alles Originale gehabt, die man da zeigen
00:31:38: kann..
00:31:39: Ja und dazu kann ich nur auf unsere Podcastfolge zum Thema Mittelalterliche Tafelfreuten der gedeckte Tisch hinweisen... Es ist so drei, vier Folgen her wo wir uns ganz genau damit befasst haben und da ist auch der Ursprung die Archäologischen Funde aus der Burg Bommersheim.
00:31:58: Was kann man zusammenfassend sagen über diese Grabungen?
00:32:03: Aus wissenschaftlicher Sicht ein wichtiger Fund war.
00:32:05: das erste Mal ein Glücksfall dass es durch diesen Bagger entdeckt wurde, dass dann auch merkst du mal Bürger das dem Museum mitgeteilt hat und dadurch diese Grabung zustande gekommen ist, was sonst alles weggebaggert worden wäre.
00:32:19: Also eine wichtige wissenschaftliche Erkenntnis für die Chronologie aber eben auch für den Lebensumstände auf einer mittelalterlichen Spätmittelalterlichen Burg.
00:32:29: nicht eine Hochadelsburg sondern einen aber auch nicht ganz niedriger Adel sondern einen normalen Mittelalterlichen Burg im Umfeld von Frankfurt mit den Höhen und Tiefen die damals dieses Umwelt an Frankfurt mit sich brachte Und das einfach gut nachvollziehbar zeigt, wie auf einer solchen Burg gelebt wurde.
00:32:48: Welche Stücke uns dafür Hinweise geben und wir hoffen es auch bald die Publikation dann wirklich dazu der Öffentlichkeit vorstellen können.
00:32:55: Bisher sind eben noch vor Berichte erschienen aber es soll eben auch eine abschließende Publikation geben.
00:33:01: Liebe Reinhard, vielen, vielen Dank.
00:33:02: Das war eine hochinteressante Folge und ich habe schon wieder noch mehr Hochachtung vor der Archäologie und was wir daraus alles lernen können!
00:33:12: Das war die zweite Folge unseres Podcasts zum Thema Bommersheim zur Burg Bommersheim.
00:33:18: Wenn euch das gefallen hat Ich kann nur auf alte Folgen hinweisen wo wir auch immer schon von der Burg Bommersheim erzählt haben.
00:33:25: wenn euch das Gefallen hat dann liked uns, verbreitet diesen Podcast weiter.
00:33:30: und noch ein kleiner Hinweis.
00:33:31: Wir haben in den Show Notes auch die Datenbank der Deutschen Burgenvereinigung verlinkt und wir haben auch einen Link zu einer Google Maps, wo man die Burg Bommersheim finden kann.
00:33:46: Wo man also sieht, wie man sie tatsächlich besuchen kann.
00:33:49: Das war Isabel Gronach-Walz vom Podcast der Deutschen Burgenvereinigungen.
00:33:54: Mir gegenüber saß er Dr.
00:33:55: Reinhard Friedrich, ehemaliger Leiter des Europäischen Bogeninstitutes.
00:34:00: Vielen Dank für eure Ohren!
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