Mittelalterliche Tafelfreuden Teil 1
Shownotes
Diese Episode erzählt die Entwicklung des mittelalterlichen Tischgeschirrs – von hölzernen Tellern über keramische Trinkgefäße bis hin zu gläsernen Nuppenbechern. Anhand dieser Objekte wird sichtbar, dass Geschirr im Mittelalter weit mehr war als bloßer Gebrauchsgegenstand: Es war Ausdruck technischer Innovation, regionaler Handwerkskunst und überregionaler Handelsbeziehungen.
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00:00:11: Hier ist der Podcast der Deutschen Burgenvereinigung.
00:00:15: Wir haben uns den Erhalt und die Erforschung europäischer Burgen- und Schlösser zum Ziel gesetzt!
00:00:32: Und heute bin ich einmal wieder in Braubach auf der Philipsburg und mir gegenüber sitzt der euch bekannte Dr.
00:00:39: Reinhard Friedrich, langjähriger Leiter des Europäischen Bogeninstitutes!
00:00:44: Weil wir alle eine ganze Reihe von Festessen in der Familie hinter uns haben, weil wir alle an gedeckten und geschmückten Tischen gesessen haben, haben wir uns die Frage gestellt wie hat das eigentlich im Mittelalter ausgesehen?
00:00:57: Wie war ein Tisch im Mittelalter gedeckt?
00:01:00: Was für Geschirr hat man verwendet und mit was für Geschirr hat man diese Festessen zubereitet.
00:01:06: Und allerwichtigste Frage, für jeden Menschen der sich mit Geschichte befasst – woher wissen wir das eigentlich alles?
00:01:14: Ja, Herr Dr.
00:01:14: Reinhard Friedrich!
00:01:16: Wie hat denn so ein mittelalterlicher Tisch ausgesehen?
00:01:19: Was hätten wir darauf vorgefunden und zu welcher Zeit?
00:01:22: um welche Zeit handelt es sich jetzt?
00:01:24: Hallo erstmal!
00:01:26: Es ist völlig richtig dass wir gerade die Festtage haben und da gibt es im vor allem Spät-Mittelalter auch zahlreiche bildliche Darstellungen von solchen reich gedeckten Tischen mit Tischstuch drauf.
00:01:42: Das gehört offenbar schon damals dazu, mit jeder Menge Geschirr drauf, mit Dienern die Braten auftragen und so dass wir ein optisches Bild haben von diesem Festtags-Tischen.
00:01:56: Aber wie sieht jetzt die archäologische Realität aus?
00:02:00: Da möchte ich als Hausfrau direkt einmal kurz hineingreifen und darauf hinweisen, wenn ihr euch diese Bilder anguckt.
00:02:09: Und die findet ihr übrigens hauptsächlich in mittelalterlichen Miniaturen- und Stundenbüchern.
00:02:14: also wenn ihr googelt Mittelalterliche Miniaturen und Stundenbücher da sind sie zu finden.
00:02:19: und die Tischdecken finde ich besonders interessant.
00:02:23: Da sieht man nämlich immer dass die gefältet sind das heißt die haben solche ganz genauen Falten Und das bedeutet, dass man in dieser Zeit die Tischwäsche schon geplättet hat.
00:02:35: Man war da sehr stolz darauf, wenn man diese Falten gesehen hat dann zeigte es nämlich, man hatte diese Decken, diese Leinendecken tatsächlich vorher geplättet.
00:02:46: Ja ein kurzer Exklus für die Hausfrau!
00:02:49: Das ist auch sehr richtig.
00:02:51: Gerade bei einem festlich gedeckten Tisch zeigt man immer, was man hat und was man kann.
00:02:59: Und so soll das eben auch entsprechend kultiviert zugehen?
00:03:05: Ich will aber einen anderen Einstieg gleich mitbehandeln, nämlich woher wissen wir das?
00:03:12: Darüber kommen wir dann letztlich auch zum Tischgeschirr Denn es ist ja nichts mehr erhalten.
00:03:19: Da sind vor allem die Archäologen. Die wühlen im Abfall Und müssen aus dem was dann später kaputt ging und weggeschmissen wurde, versuchen sie zu rekonstruieren wie das die mittelalterliche Tafel ausgesehen haben mag.
00:03:35: Das ist sehr wichtig weil man findet hauptsächlich Keramik. Etwas was hart gebrannt ist, was dadurch nicht zersetzt wird Und im Gegensatz zum organischen Material erhält sich das eben und bei jeder Burgengrabung finden wir große Mengen an Keramik. Großen Mengen auch hergestellt und genutzt.
00:03:56: Und insofern ist das für uns eine sehr wichtige
00:03:59: Quelle.".
00:04:01: Diese Keramik, hat man die selber hergestellt oder hat man sie eingekauft?
00:04:07: Die hat man im Mittelalter nicht mehr selber her gestellt, dass früheren Zeiten war das Hauswerk aber im Mittelalter waren die Töpfereien so spezialisiert, dass man das in großen Zentren hergestellt hat.
00:04:23: Sehr bekannt ist natürlich Pingsdorf und Badorf bei Köln-Brühl, das war ein großes quasi industrielles mittelalterliches Töpferreizzentrum.
00:04:34: da wurden Waren hergestellt die sogenannte eben nach dem Ort benannt Pingsdorfer Ware Die weit verhandelt wurde die wir natürlich vor allem nach Norden weil das rein abwärts leichter geht aber auch Rhein aufwärts finden wird.
00:04:47: dieses Geschirr was dann noch häufig auch nachgeahmt wurde weil es auch optisch ansprechen war, das war eine gelbliche gelbe Ware mit einer roten Bemalung.
00:05:01: Man hat im Grunde die vier Finger in eine rote Farbe gedaucht und dann über den Topf oder das Gefäß gezogen.
00:05:09: Das war offenbar sehr ansprechend ist es heute auch noch Und das können wir das ganze hohe Mittelalter gegenüber feststellen stand und man kann sich gut vorstellen, dass dies das bessere Geschirr war.
00:05:22: Und kann ich mir das vorstellen wie Ornamente?
00:05:24: oder ist es eher so ein organisches... Ja, wie kann ich mehr diese?
00:05:29: Das ist ein bisschen wild!
00:05:30: Das sind im Grunde Ornamente manchmal Wellenlinien aber man kann auch mal wirklich den Fingertupfen erkennen wo die Farbe dann nach und nach weniger wird.
00:05:40: Also man hat da wirklich ja nachdem man in der Karolinngerzeit noch eine Rollradverzierung hatte, die letztlich aus der Merowingerzeit und aus der Spätantike herüberragte.
00:05:53: Wo man im Grunde noch irgendwas drübergerollt hat in horizontalen Streifen ohne zu wissen warum er das noch tut kam dann irgendjemand mal auf die Idee ich mach mal was ganz anderes tauch meine Finger in Farbe und mache eben wilde Bewegungen mit der Farbe über den Fläche der Töpfe.
00:06:13: und das war wieder für drei Hundert Jahre lang wieder die Verzierung, die dann wieder
00:06:18: üblich wurde.
00:06:19: Und kann ich mir das glasiert vorstellen?
00:06:21: War das dann glänzend?
00:06:22: Nein, das war noch nicht glasierter.
00:06:24: Also Glasur kommt in Regionen etwas unterschiedlicher auf aber erst im Laufe des dreizehnten vor allem bis vierzehn Jahrhunderts.
00:06:31: da können wir gleich nochmal drüber sprechen.
00:06:33: denn ja wir hatten jetzt im Spätmittel eingestiegen sind jetzt in die Zeit des zehnten bis zwölften Jahrhunderts gegangen.
00:06:40: vielleicht fangen wir damit an weil die noch ein bisschen einfacher war und weil sich später dann die Keramik weiter spezialisiert und zu dem führt, was wir auf bildlichen Darstellungen eben sehen können.
00:06:54: Im zehnten bis zwölften Jahrhundert ist dies Pingsdorfer-Ware, wie wir sie nennen
00:06:59: das Tischgeschirr zumindest in der nördlichen Hälfte von Deutschland.
00:07:03: im Süden gibt es vergleichbare Keramiken bestehend aus Schüsseln Aber vor allem auch aus Auschankgefäß.
00:07:13: Es gibt Vorratsgefäße oder Wasserbehälter, diese sogenannte Amphoren, obwohl das keine griechische Amphore ist aber sie hat sich halt so eingebürgert.
00:07:21: Das war ein Auschankenfäß mit einem Wellenfuß Stand auf dem Tisch und von daraus hat man dann eben in Becher gegossen die teilweise aus Keramik waren Und manchmal auch aus Holz.
00:07:33: Wer hatte alles einen eigenen Becher, jeder Tischgast?
00:07:36: So vermuten wir.
00:07:37: Wir kennen ganze Service und da vermuten wir dass sie das bei reicheren Haushalten jeder Tischgast seinen eigenen Becher hatte.
00:07:46: aber es kann natürlich auch sein dass sich manchmal Mehrere einen Becher geteilt haben.
00:07:51: beides ist nachgewiesen
00:07:52: und möglich.
00:07:53: Und was hat man dann daraus getrunken?
00:07:55: Das wissen wir nicht genau.
00:07:58: natürlich Wasser, Wein, Bier würde auch passen.
00:08:02: Ich persönlich glaube eben Wein, der natürlich nicht pur war sondern als Schorle gemischt.
00:08:06: aber da kann man letztlich alles raus trinken.
00:08:08: Chemische Analysen haben wir nicht machen können bisher.
00:08:12: Jetzt trinke ich so gerne Tee.
00:08:15: Hat man denn damals auch Tee getrunken?
00:08:17: Warme Getränke oder ist das erst eine neuere Idee?
00:08:21: Ja Tee ist ja erst in der Neuzeit entdeckt worden und aus Indien dann nach Europa. Ob man jetzt im Winter Dinge erwärmt hat, was ich mir persönlich gut vorstellen könnte.
00:08:34: Da ist mir aber nicht bekannt wie man das über die Forschung rauskriegen sollte.
00:08:39: Ja, ich dachte auch tatsächlich eher an Kräuter-Tee oder Pfeffermünztee oder Ähnliches.
00:08:45: Gewürztes Wasser gewissermaßen?
00:08:46: Genau!
00:08:46: Gewürztes Wasser ja!
00:08:49: Dass man dann heiß macht... Das ist natürlich durchaus möglich.
00:08:52: Da müsste mal wenn ich mal eine Historiker fragen ob es da schriftliche Belege vergibt weil aus den archäologischen Quellen können wir sowas natürlich nicht herausfinden.
00:09:02: Ja schade, auf den Weihnachtsmärkten und auf den Bogen gibt's oft heißen Meth Und das würde mich natürlich interessieren, ob das tatsächlich auch so eine neue Erfindung ist.
00:09:12: Na gut!
00:09:12: Das kann ich mir schon vorstellen dass das Honig gesüßte Getränke oder auch vergorene Getränke dann erhitzt und im Winter getrunken worden.
00:09:21: Das kann man sich wirklich gut vorstellen aber von der Archäologie her können wir das nicht nachweisen.
00:09:26: was wir sagen können ist der Unterschied zwischen Tischgeschirr und Kochgeschirr.
00:09:33: Beides ist ja wichtig, für beides braucht man Keramik.
00:09:37: Beide sind in Töpferzentren hergestellt worden.
00:09:41: Und während das Tischgeschirr eben schon dadurch auffällt dass es einfach farbig ist also gelb mit roter Bemalung ist er schon eine auffallende Farbe und wir auch bestimmte Formen erkennen können hat das... Das Kochgeschirr ist im Grunde dagegen sehr einfach gestaltet und da haben wir aber eine sehr besondere Form im Mittelalter, nämlich den sogenannten Kugeltopf.
00:10:05: Das ist ein großer kugeliger Topf handgefertigt man sieht doch die einzelnen Abdrücke hat oben einen nachgedrehten Rand.
00:10:13: und dieses sehr einfach herzustellende Gefäß oder Gefästyp hält sich über viele Jahrhunderte eigentlich in allen Regionen.
00:10:24: und das muss einen Grund haben.
00:10:26: Und den sieht man, wenn man mal einen ganzen Kugeltopf füllt.
00:10:30: Den mit etwas nehmen wir an mit Erbsen und versucht ihn dann umzustoßen.
00:10:37: Dann ist das schwierig.
00:10:38: Das ist gewissermaßen dieses Steh-Auf-Männchen-Effekt.
00:10:40: Also wenn man den durch diesen kugeligen Körper...wenn man ihn neigt richtet er sich wieder auf.
00:10:45: ich weiß es daher als ich mal die das Volumen ermitteln wollte habe ich den auch mit Erbsen gefüllt Wollte vom Tisch rollen, ich dachte er fällt mir gleich vom Tisch.
00:10:57: Ist ja aber nicht weil der sich dann wieder aufrichtet.
00:10:59: also und das ist wenn man die mittelalterliche Kochweise sieht eine ganz wichtige Funktion denn kann es natürlich übers Feuer hängen aber da muss man's auffängern als an den Haken üblich war bis in die runter gebrannte Glut zu stellen.
00:11:14: Das ist natürlich kein sicherer Stand Und insofern steht so ein Topf der von sich aus nur schwer umzustoßen ist In einem etwas unebenen Herdfeuer natürlich sehr viel besser.
00:11:26: Und haben die diese Töpfe dann auch auf den Tisch gestellt, so wie wir das heute manchmal tun?
00:11:31: Oder wurde die Speise anders
00:11:33: vor der Küche?
00:11:33: Nein, sie wurde dann serviert, dass es sicherlich keinen Topf, den man auf dem Tisch stellen konnte.
00:11:37: Das passte da nicht.
00:11:38: Die hat man dann aufgetragen und rübergebracht.
00:11:41: Ob man jetzt aus... Je nachdem, bei was man das gemacht hat.
00:11:45: In so einem Topf kann man auch Grütze und Brei herstellen.
00:11:48: Den kann man hat natürlich im Alltag nicht jeden Tag ein Fest, sondern das Alltagessen wird sicherlich einfacher gewesen sein.
00:11:56: Ich könnte mir durchaus vorstellen dass dann direkt aus dem Topf auf die Teller oder auf die Holzschalen aufgetragen wurde aber es war sicherlich kein Tischgeschirr.
00:12:05: Sind wir beim Thema Teller?
00:12:07: Hat auch jeder einen eigenen Teller.
00:12:09: Nein, das ist auch unterschiedlich.
00:12:13: Es sind insofern schwieriger weil Teller nicht aus Keramik hergestellt wurden sondern aus Holz.
00:12:19: Wir kennen was sich schwieriger hält aber wir können natürlich zahlreiche Funde Feuchtbodenfunde wo sich Teller erhalten haben also sicherlich statt ein Holzteller auf dem Tisch.
00:12:30: Ob jetzt jeder seinen eigenen hatte oder ob man sich den mit zwei, drei Personen geteilt hat in der Familie ist beides denkbar.
00:12:37: Man sieht das ja heute noch auf Bauern gemeldet tatsächlich aus dem neunzehnten Jahrhundert dass alle aus einer großen Schüssel essen.
00:12:47: und ich denke immer wenn so etwas damals sinnvoll war also tatsächlich erst im neunzen Jahrhundert warum ist gut möglich, dass es vorher auch schon so war.
00:12:56: Nur wissen tun wir es nicht.
00:12:58: wie bei allen Dingen man kann sich vieles vorstellen.
00:13:02: richtig sicher wissen ist immer besser.
00:13:05: naja bis aber heute auch so.
00:13:07: es gibt eben hervorragend gedeckte Tische und es gibt einfach gedeckt die Tische.
00:13:15: ich denke mir das altersleben in einer etwas ärmeren Burgfamilie kann sich durch auch so abgespielt haben dass man sich die Teller geteilt hat insbesondere wenn sie an den Bereich Gesinde Und Knechte geht.
00:13:27: Jetzt fehlt mir tatsächlich ja der Historiker, der mir wahrscheinlich hätte sagen können ab dem Spätmittelalter ob so etwas auch in der Mitgift zu finden war wie ein Geschirr.
00:13:38: Wie das ja in den Jahrhunderten später dann durchaus üblich war dass die Braut so etwas mitgebracht hat in den neuen Haushalt und das wissen wir ja.
00:13:46: aus der Archäologie können wir es nicht schließen.
00:13:49: Naja, es gibt schon besonders kostbare Gefäße.
00:13:52: Da komme ich gleich nochmal drauf.
00:13:53: Glas zum Beispiel.
00:13:55: da könnte ich mir schon vorstellen dass das dann auch in einer Liste Inventarliste erhalten ist.
00:14:00: Da müsste man wirklich meinen Kollegen fragen der Historiker ist Der könnt Ihnen das direkt beantworten.
00:14:05: Ja liebe Hörer wir werden ganz gewiss eine weitere Folge noch zu diesem Thema
00:14:10: auch machen.
00:14:11: Aber da kommen wir jetzt auch einen Schritt weiter.
00:14:13: also was Ich bisher erläutert habe ist eben Das für uns hochinteressante Hochmittelalter also das elfte zwölfte Jahrhundert.
00:14:21: Wobei die Keramik eben auch für uns Archäologen eine wichtige Datierungsgrundlage ist, weil sich bestimmte Formen dann doch ein bisschen ändern, Randformen und wir damit dann eigentlich ganz gut datieren können.
00:14:33: sind wir jetzt im frühen zwölften Jahrhundert oder am fortgeschrittenen des zwölften Jahrhunderts?
00:14:37: Das ist für uns als auch eine wichtige Quelle.
00:14:39: aber man muss sagen es ist auch noch ein relativ eintöniges Material.
00:14:44: Es hat sich nicht so riesig viel verändert.
00:14:47: Und dann kommt plötzlich Ende des zwölften Jahrhunderts, kommt es auf dass die Tonwaren qualitätvoller werden und dass sich auch dementsprechend auch die Gefäßformen ändern und vielfältiger werden.
00:15:03: Es wird nämlich Ende des Zwölfen Jahrhundert sicherlich im Rheinland vielleicht zum ersten Mal ein Faststeinzeug hergestellt.
00:15:13: das dann überleitet später zum Steinzeug.
00:15:15: Das ist eine brenntechnische Entwicklung, man braucht also viel höhere Temperaturen bis zu zwölfhundert Grad.
00:15:21: Man braucht bestimmte Tone die nicht überall vorkommen, die dann auch ins Fließen geraten gemischt mit einem Ton der die Formstabilität hält.
00:15:32: Also man braucht einen frühen Spätenschmelzpunkt und da waren die rheinischen Töpfer sehr findig und das können wir eben sowohl in Pingsdorf als auch im frühen Siegburg sehen dass dort nach und nach die Produktion übergeht zum frühen, fast Steinzeug.
00:15:49: Also härter gebrannte Gefäße, die wasserdichter sind, die leichter sind und die dann im dreizehnten Jahrhundert nach und danach die bisherigen Geschirrformen verdrängen.
00:16:03: Und da können wir dann auch einen hohen Anteil an Bechern sehen.
00:16:06: also wir haben im dreizehnten Jahrhundert natürlich sehr zahlreiche Becher, die in verschiedenen Formen auf den Tischen stehen.
00:16:14: Das ist jetzt mit der Veränderung der Essgewohnheiten zusammen, was ich persönlich nicht glaube.
00:16:18: Kann man natürlich diskutieren.
00:16:20: Übrigens auch ein sehr interessantes Museum in Siegburg wo man einige dieser Artifakte betrachten kann.
00:16:27: Ich kann das sehr empfehlen Aber vielleicht beschreiben sie uns die auch mal.
00:16:31: wie kann man sich die vorstellen?
00:16:33: Welche Farben?
00:16:34: Ja da müssen wir nochmal unterscheiden.
00:16:36: Es ist eine Entwicklung die sich über hundert Jahre hinzieht vom Einfach ein Fast-Steinzeug, das heißt da ist der Scherben schon durchgesintert hat.
00:16:44: Man kann aber oder der fach man dann mit der Lupe im Bruch noch die Margerung erkennen bis zum richtigen echten Steinzeug das um dreizehnhundert in Siegburg sich durchsetzt.
00:16:56: woher wissen wir dass?
00:16:56: Wir haben in Sigburg in den sechziger Jahren noch einen den letzten Scherbenhügel Wo man Fehlbrände drauf geworfen hat ausgegraben und er hatte.
00:17:05: insgesamt ließ er sich in über hundert Jahren abgelagert, in vier Phasen unterteilen von den Schichten.
00:17:12: ja also eine echte Strategie.
00:17:14: Wir können sehen ganz am Anfang ist es noch die Pingsdorferware.
00:17:17: da sind wir Ende des zwölften Jahrhunderts und im der Periode zwei und Periode drei sind wir dann im erster Hälfte dreizehn, zweiter Hälfe dreizehnte kommt denn das richtige Steinzeug.
00:17:33: Das sich aber unterscheidet, also wie sah es jetzt im dreizehnten Jahrhundert aus?
00:17:37: Das Fast-Steinzeug hatte dann schon eine flächendeckende Engobe.
00:17:42: Das ist noch keine Glasur, aber man hat das fertig gedrehte Gefäß in einer Flüssigkeit getunkt und das Ganze dann zusammen in einem Brand gebrannt.
00:17:53: Es ist ein anderer Vorgang als die Glasur, wo ich dann gleich nachzukomme.
00:17:57: Aber man verwechselt das im ersten Moment und das war eine rote manchmal auch violette, eine rötliche rot-braune ins Violett spielen der Engobe, die manchmal auch glänzend war, je nachdem wie die Mischung war und die sicherlich bei Tischstand schon etwas auffälliger
00:18:13: war.
00:18:14: Was ist eine Engobe?
00:18:16: Eine Engobe ist auch eine Tonmasse im Gegensatz zur Glasur.
00:18:21: Man muss sich dazu vorstellen Wenn man nach einem, sagt mir das mal jemand erklärt.
00:18:25: Das fand ich sehr einprägsam.
00:18:27: Nach einem Regen sieht man ja dass sich in einer Pfütze so ein leichter Schlamm bildet aus ganz feinem Tonmaterial bestehend und sowas ist eben auch eine Engobe.
00:18:38: also eine ganz feine aber aus tonpartikeln bestehende leichte flüssige Masse in die dann quasi das Gefäß eingetunnt wurde habe eben aus Tonbestehen letztendlich über das Gefäß legt und dass ich beim Brennen dann auch verfärbt.
00:18:57: Man kann, ist dann diese Toilette-Verfärbung
00:19:00: entstanden.
00:19:01: Kann das auch abplatzen?
00:19:02: Nein!
00:19:04: Das platzt nicht ab.
00:19:05: Das kann höchstens dünnflüssig sein und manchmal schimmert die untere Grundton noch durch aber es verschmilzt mit dem Ton so feste.
00:19:17: Da hab' ich noch nie eine Abplatzung Im Gegensatz dann zur Glasur.
00:19:23: Das wäre jetzt so das Bild des dreizehnten Jahrhunderts, diese Weiterentwicklung bestimmte Topfbecherformen auch.
00:19:30: und im vierzehnten Jahrhundert ist dann dieser fließende Übergang beim Tischgeschirr zum echten Steinzeug, zum Siegburger Steinzeug was wir alle kennen mit verschiedensten Formen Bechern berühmten Jacoba-Kanne, mit diesem Wellenfuß der in Siegburg sehr charakteristisch war.
00:19:49: und da schließt sich ein bisschen der Kreis wieder zu den bildlichen Darstellungen.
00:19:52: Wenn sie mal Bilder von Peter Breugel sehen. Bauern, da stehen tatsächlich Siegburger Krüge auf dem Tisch.
00:19:59: also da ist die Darstellung dann wirklich wieder sehr exakt.
00:20:05: Das ist eine langgezogene Kanne, warum die jetzt Jacoba heißt?
00:20:10: Kann ich Ihnen gar nicht genau sagen.
00:20:11: Es ist also eine hochgezogene relativ schmale Kanne.
00:20:17: es gibt ja dickbauchige Kannen und es gibt schmale und das ist eine sehr zierliche schmale kanne mit einem Henkel und einem sehr hoch gezogenen trichterförmigen
00:20:26: Hals Und die wird man dann wahrscheinlich als Tischschmuck auch verwendet
00:20:30: haben.
00:20:30: Ja, die werden als Tisch aus Schanke wäre es vielleicht sogar auch als Trinkbecher in manchen... Da ist die Möglichkeit vielfältig weil sie hatte nicht so ein großes Volumen.
00:20:40: Ich habe das mal ausgemessen bei Funden die wir in der Burg Bommersheim gemacht hatten und diese kleineren Becher hatten 0,01 eins bis 0,05 Fünf Liter Fassungsvermögen also etwas weniger als im Kölsch
00:20:51: Glas.
00:20:52: Ja dann hat ja vielleicht jeder eine davon vor sich stehen?
00:20:55: Das kann gut sein genau.
00:20:56: Und es wurde dann eben aus diesen größeren bauchigen Ausschankgefäßen eifrig nachgeschenkt.
00:21:01: Aber das ist ja interessant, dass Pieter Breugel das auch dargestellt hat.
00:21:05: Das heißt ja, dass unsere Keramik hier wirklich sehr weite internationale Verbreitung gefunden hat!
00:21:13: Wie weit ist wohl das Verbreitungsgebiet?
00:21:15: Ja, das heißt natürlich auch, dass die ursprünglich sehr besondere Keramika, also die Siegburger Steinzeuge mittlerweile auch bei Bauernfesten übliche waren. Breugel hat bäuerliche Szene dargestellt und das nennen wir gesunkenes Kulturgut, dass Dinge die ganz am Anfang nur den Besonderen oder reichen Leuten vorbehalten war dann nachher für jeden erschwinglich wurden.
00:21:39: Die Handelsroute ist sehr gut geklärt weil auch da ging es von Siegburg über Köln Rhein abwärts.
00:21:47: vor allem also wir finden Siegburger Steinzeug.
00:21:49: England gibt es untersuchen.
00:21:51: das findet man in Skandinavien häufig in den besseren Städten.
00:21:55: Ich habe es selber schon mal im Museum in Novgorod gesehen, also die war über den Osterraum weit verbreitet nach Süden eher weniger weil das rein aufwärts war.
00:22:06: aber finden auch bis Basel runter finden wir auch Siegburger Steinzeug?
00:22:13: Aber wie sagt dass mein Kollege einen homöopatischen Mengen?
00:22:18: Und gibt es da im Süden dann andere große Zentren
00:22:22: der Herstellung?
00:22:23: Ja, aber nicht für Steinzeug.
00:22:26: Für Steinzeug braucht man besondere Tone, die gab es noch an anderen Stellen.
00:22:29: Aber südlich der Main-linie sind keine Tonvorkommen bekannt gewesen mit denen man hätte Steinzeichen herstellen können.
00:22:37: Man hat dann eben wie bisher auch in anderen Formen dann aber normale Tone genommen und diese genutzt, die natürlich nicht diese Qualität und Kostbarkeit hatten wie echtes Siegburger Steinzeug.
00:22:48: Das war schon eine Besonderheit.
00:22:52: Gerade da wo selten es bei Burgen in Süddeutschland war das sicherlich eine Besonderheit wenn Siegburger Steinzeug
00:22:58: auf dem Tisch stand.
00:22:59: Aber den Sprung über Alpen hat's nicht geschafft?
00:23:03: Das ist mir jetzt nicht bekannt.
00:23:05: Das sind durch eine ganz andere Region.
00:23:07: Mittelmeerregion, die sind in vielen Punkten besser gewesen in ihrer Keramik beeinflusst durch die Kreuzüge, durch die Künstler im Mittelmeer.
00:23:22: Das ist eine ganz andere Keramiklandschaft wie wir sagen.
00:23:26: da hat man mit Sicherheit eigene Dinge gehabt.
00:23:29: Da ist auch die Glasur schon sehr viel früher als bei uns.
00:23:32: und das war der nächste Punkt über den wir sprechen wollten Die Ausbreitung der Glasur.
00:23:39: Die Technik ist schon lange bekannt.
00:23:45: Es gab auch in der Karolinger Zeit, in Belgien und in den Waren die Glasur hergestellt hatte.
00:23:51: Aber es war noch nicht die breite Masse.
00:23:54: Wir können im Niederrhein das Einsetzen der Glasur im Laufe der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts feststellen Und in anderen Regionen kommt sie dann erst ein bisschen später.
00:24:06: Ein Maingebiet im Laufer des vierzehnten In Süddeutschland.
00:24:14: Mit Glasur meine ich jetzt die Bleiglasur, die sowohl innen aufgetragen werden konnte als auch geringlich außen zur Verziehung.
00:24:25: Aber vor allem wurde sie erst mal innen getragen weil sie das Gefäß dann wasserdicht macht.
00:24:30: Blei, Vergiftung ist so etwas war natürlich noch nicht bekannt.
00:24:34: Ist aus einem Pulver bestehend.
00:24:35: also im Gegensatz zu Engobe in die immer was eintunkte wird da ein Pulver aufgetragen das dann beim Brand verschmilzt.
00:24:44: Zu dieser Glasur man kann das auch erkennen.
00:24:46: So durch kleine Kracklierungen nennt man das kleine feine Brüche Die in der Glasur immer zu erkennen sind.
00:24:53: wenn man genau
00:24:53: hinschaut Welche Farbe hat das
00:24:56: dann?
00:24:57: Meistens war sie gelb und grün, aber es gibt auch braune Glasur.
00:25:00: Je nachdem welche Beimischung man eben hatte als Ausgangsmaterial.
00:25:04: ich weiß auch gar nicht ob man das wirklich steuern konnte.
00:25:06: Es war ein Dieburg eine große Töpferei die Glasur hergestellt hat hier für das Rhein-Main-Gebiet.
00:25:13: da habe ich selber zahlreiche Funde bearbeitet.
00:25:18: Das waren dann größere schüsselartige Gefäße die aber sowohl gelb als auch grün sein konnten und manchmal sogar am Gefäß selber chanchierten.
00:25:27: Das heißt, wenn man ein größerere Gefässpartie hat kann es durchaus vom Grün ins leicht-gelbliche Grüne übergehen.
00:25:34: das war die Abdichtung.
00:25:36: Aber wir können in der gleichen Töpferei auch feststellen dass diese Glasur, die ja wirklich was optisch sehr Schönes ist dann auf Ofenkrachen verwendet wurde wo sie also nur eine Zierwirkungen hatte.
00:25:49: Auf der Außenseite natürlich.
00:25:50: diese bekannten Nischenkacheln, die im Mitte des vierzehnten Jahrhunderts aufkommen sind alle glasiert oder überwiegend glasierend in den gleichen Farben wie die Töpfe auch.
00:26:01: Und sie stehen halt im Raum und erheben jetzt den Kachelofen wirklich zur Ziele des Raumes mit dieser sehr schönen ansprechenden Glasur.
00:26:09: Ja grüner
00:26:09: Kachelofen!
00:26:11: Ich warte das ist so was ganz Typisches ausspätern.
00:26:16: Aber mit Glas hat das Glasieren eigentlich nichts zu
00:26:20: tun?
00:26:20: Nein.
00:26:20: Vielleicht vom Ausdrucker, das ist natürlich eine ähnliche Klasse, eine Masse die es verschließt.
00:26:26: aber ein Glas ist eine ganz andere Produktionsvorwärmung.
00:26:31: Das läuft wiederum parallel auch aus.
00:26:35: letztlich Italien kommend.
00:26:37: mit besserem Pottasche Gläser hat man dann hier mit einfacher Möglichkeit diese Waldgläser gemacht also wo die Asche dabei gemischt werden muss dem Quarz durch Verhütten zustande kam und dem Glas gefässern diese charakteristische leicht oder mehr oder weniger deutliche grün liche Farbe, leuliche Farben verlieht.
00:27:01: Das treten auch im späten zwölf in den hundert und dreizehn in den Hundert.
00:27:05: sind das diese Nuppenbecher die hier eine weite Verbreitung finden wie der Name sagt da sind leicht falsenförmige tonnenförmige Becher mit einem Trichterrand.
00:27:17: Aber der Gefäßkörper ist mit kleinen Nuppen verzehrt, die dann aufgetupft wurden.
00:27:23: Das ist sogar eine bildliche Darstellung in der Mannestischen Liederhandschrift.
00:27:26: Vom frühen Vierzehn Jundert ist sogar ein Nuppembecher dann auch ziemlich gut getroffen wieder abgebildet.
00:27:33: Da sind Funde, die wir hier auch gelegentlich bei Burgengraben finden.
00:27:37: Warum heißt das Waldglas?
00:27:39: Weil eben diese Asche, die man beimischen muss beim Verhütten im Wald – also wir kennen alle den Köhler der Holzkohle herstellt und insofern ist es auch da, also ein wichtiges Beiwerk ist da auch hergestellt worden.
00:27:54: Und da die Verhütung gleichzeitig auch Unmengen an Holz verbrauchten durch die Glasherstellung, ist Glasproduktion meistens auch im Wald reichen Gebieten von Stadten gegangen.
00:28:06: Wir kennen den Spessart als wichtiges Glasproduktions-Städte des späten Mittelalters, Spessart Glas... Da hat man eben beides vor Ort die Menge an Holz, die man brauchte um überhaupt das Glas schmelzen zu können, also den Quarz und auch die Pottasche, die man hergestellt hat, um später eine Glasmasse eben beizumischen.
00:28:27: Aber das hiesige Waldglas?
00:28:28: Das war dann schon für die höheren Stände das einfachere Glas.
00:28:32: Also ich habe schon Rechnungen gesehen Die sind aber aus dem XIV oder XV Jahrhundert wo Glas importiert wird aus Italien.
00:28:42: Ja
00:28:44: Trinkgläser
00:28:45: Auch da, sagen wir die Knuppenglaser sind sicherlich ein hochqualitätvolles Geschirr.
00:28:51: Das noch besser war als die Steinzeuge und sicherlich auch auf dem Tisch stand und nicht bei jeder Gelegenheit aber bei größeren Festen sicherlich.
00:29:02: also das war sicherlich das beste Geschirre dass man holen konnte auch wenn es aus Waldglas war mit diesem leicht grünlichen Schimmer.
00:29:09: aber das war im vorhanden.
00:29:11: Aber wir kennen auch immer mal wieder Importe von Nuppenbechern oder anderen Gläsern aus, die von jeden Setz der Alpen kamen sicherlich aus Italien.
00:29:20: Wie kann ich mir das vorstellen?
00:29:22: Stand dann auch wiederum vor jedem Platz ein solcher Becher?
00:29:26: und von welchen Ständen sprechen wir?
00:29:28: Ist es der Hochadel, der mittlere Adel, das reiche Bürgertum...
00:29:33: Das Alles ist richtig, aber in einer unterschiedlichen Zeit.
00:29:38: Es ist wieder dieses Phänomen das gesunkenen Kulturgut ist wie man es in der Volkskunde lange nannte oder wahrscheinlich auch heute noch nennt.
00:29:47: Das Beispiel von der Kartoffel. Als sie eingeführt wurde war sie nur dem Adel- und dem Hochadel vorbehalten und ist ja dann immer weiter gesunken bis hin zur Schweinefütterung.
00:29:58: Das ist jetzt mit den Gläsern so nicht passiert, aber Sie sind erstmal bei den Besseren höher gestellten Leuten, die sich als erste leisten konnten oder auch innovativ fahren oder zeigen wollten.
00:30:10: Auch die breiten sich dann aber sehr schnell auch bei den reichen Bürgern aus.
00:30:15: also in einem Patriziaushalt des dreizehn Jahrhunderts stehen nuppen Gläser auf dem Tisch manchmal sogar reicher bestückt als mancher Ritter der sagen wir mal Mühe hatte sein tägliches Einkommen zu finanzieren.
00:30:31: Was mich da interessiert ist, es gibt ja Kleiderordnungen dann nicht.
00:30:34: Ich glaube das fängt im... was kann das?
00:30:38: Im Vierzehn oder am Fünfzehn wann das anfängt?
00:30:40: Gibt es eigentlich auch solche Ordnung für das Tischgeschirr?
00:30:43: Weil das ist ja auch so eine Repräsentationsfläche.
00:30:46: Es gibt ne, sagen wir mal Darstellung und wie es angeordnet ist.
00:30:51: aber ob es jetzt, nee das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen dass es eine bestimmte Ordnung gab höchstens wie man es engagiert Aber nicht wer dann etwas benutzen durfte.
00:30:59: Das ist schon richtig, dass man natürlich wenn man etwas neuer und etwas zeigen will das den besseren Gästen gibt oder die man damit ein bisschen hervorheben möchte.
00:31:09: Aber dass es jetzt eine Ordnung gehabt hat, das ist mir nicht
00:31:11: bekannt.
00:31:12: Oder verboten?
00:31:13: Ja oder Vorschriften sagen wir so.
00:31:16: Jetzt sind wir im dreizehn Jahrhundert mit den Nuppenbechern, d. h., wir haben auf dem Tisch diese schönen Nuppembecher dann haben wir diese hohen Kannen...
00:31:24: Sie kommen später noch aber sagen wir engobierten, violetten gobierten Siegburger -Becher.
00:31:31: Genau.
00:31:31: und dann haben wir Teller aus Holz?
00:31:35: Und wann kommen glasierte Teller dazu?
00:31:38: oder überhaupt keramische Teller?
00:31:40: Im Laufe des vierzehnten, fünfzehnten Jahrhunderts werden die häufiger also überhaupt erst mal als teller.
00:31:45: als nutzbare Teller kenne ich es eigentlich erst aus dem späten fünfzehn Jahrhunderte dann schon glasiert.
00:31:51: im dreizehnten und infolgen vierzehn jahrhundert ist Glasur eben auch noch was besonderes.
00:31:57: Ich habe selber eben dieses Fundmaterial von der Burg Bommersheim bearbeitet, wo man quasi einen gesamten Haushalt in den Wassergraben geschmissen hat.
00:32:06: Ganz noch bei der Zerstörung und wo wir die Schärfe wieder zusammensetzen konnten und da einen ganz guten Einblick kriegen.
00:32:12: Da sind also auch wohl das feuchte Boden war kaum Holzsachen dabei.
00:32:18: Vielleicht sind sie auch von einer anderen Stelle entsorgt oder verbrannt worden.
00:32:21: Aber wir haben sehr schöne Schüsseln mit einem kleinen wackeligen Fuß, gut vorstellen, dass die auch wirklich auf dem Tisch serviert wurden weil Glasur damals noch etwas besonderes war.
00:32:35: Was sehr besonders war im Laufe des fünfzehnten und dann sechzehn Jahrhundert ist es dann ja ein allerwelts Geschirr das dann eben auch wirklich bei jedem in Bauernhäusern auf dem Tisch stand.
00:32:48: nachher aber im vierzehnten ist es einfach sehr Besonderes.
00:32:53: Jetzt haben wir unseren Tisch schon halb gedeckt mit Bechern und wir haben Teller, und wir sind durch die Jahrhunderte gegangen.
00:32:59: Und ich denke in unserer nächsten Folge werden wir uns damit befassen was sonst noch auf dem Tisch war?
00:33:04: Was ist mit Metall?
00:33:05: Was ist mit Besteck?
00:33:07: Wie ändert sich das?
00:33:08: Und darüber werden wir unsere nächste Folge unterhalten!
00:33:12: Ich freue mich schon sehr darauf!
00:33:14: Das
00:33:14: war Isabel
00:33:15: Gronack-Walz und Dr.
00:33:20: Reinhard Friedrich.
00:33:24: Wenn Sie mehr über die Arbeit der Deutschen Burgenvereinigung erfahren wollen oder sich für eine Mitgliedschaft in der deutschen Burgen-Vereinigung interessieren, schauen sie auf unsere Homepage www.deutsche-burgen.org.
00:33:52: Alle Informationen finden Sie in den Show Notes dieses Podcasts.
00:33:57: Wir freuen uns über Ihr Interesse!
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